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Musculus deltoideus

Inhalt

Verlauf und Versorgung

Der Musculus deltoideus ist ein großer, kräftiger Muskel des Schultergelenks. Er prägt maßgeblich das Oberflächenrelief der Schulter. Innerviert wird er über den N. axillaris, einem Ast des Plexus brachialis. Der Deltoideus besitzt drei Anteile mit jeweils unterschiedlichen Ursprüngen:

  • Pars clavicularis: laterales Drittel der Clavicula
  • Pars acromialis: Acromion
  • Pars spinalis: Spina scapulae

Gemeinsam setzen alle Anteile lateral am Humerusschaft an der Tuberositas deltoidea an. Dabei steht der Muskel anatomisch im engen Zusammenhang mit der V. cephalica, die in der Rinne zwischen dem Deltoideus und Pectoralis Major (Sulcus deltoideopectoralis) zieht und dort und in die V. axillaris mündet.

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Funktion

Der Deltoideus bewegt und stabilisiert das Schultergelenk. Die Bewegungen variieren je nach Muskelanteil und Lage des Oberarmknochens, sodass sie synergistisch aber teilweise auch antagonistisch wirken können. Der Deltoideus ist der wichtigste Abduktor des Schultergelenks. Die Abduktion wird hauptsächlich durch die Pars acromialis eingeleitet und gehalten. Die Pars clavicularis und spinalis sind dagegen bis 60° adduktorisch und darüber abduktorisch. Zusätzlich bewirkt die Pars clavicularis eine Innenrotation und Anteversion, die Pars spinalis eine Außenrotation und Retroversion. Für die Rotationsbewegung der Schulter ist jedoch in erster Linie die Rotatorenmanschette verantwortlich.

Pathologie

Eine Verletzung des N. axillaris kann zur Lähmung des Deltoideus führen. Die betroffenen Patienten zeigen typischerweise das klinische Bild einer atrophierten Schulter im Vergleich zur gesunden Seite. Ein weiteres klassisches Zeichen ist das hervorstehende Acromion („scaphoid sign“). Die Bewegungseinschränkungen werden zwar teilweise durch die weiteren Schultermuskeln kompensiert, doch vor allem die Abduktion und Außenrotation sind deutlich erschwert. Isolierte Läsionen des N. axillaris kommen selten vor. Häufiger dagegen sind Schädigungen im Rahmen einer Schulterluxation oder proximalen Humerusfraktur.

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Quellen:

  • D. Drenckhahn, J. Waschke: Taschenbuch Anatomie, Urban & Fischer Verlag/Elsevier (2008), S. 33
  • M. Schünke, E. Schulte, U. Schumacher: Prometheus – LernAtlas der Anatomie – Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem, 2. Auflage, Thieme Verlag (2007), S. 298-299, 372
  • G. D. Giacomo et al.: Atlas of Functional Shoulder Anatomy, Springer-Verlag Italia (2008), S. 62-68
  • E. G. McFarland: Examination of the Shoulder, 1.Auflage, Thieme Verlag (2006), S.107-110
  • D. H. Johnson/R. A. Pedowitz: Practical Orthopaedic Sports Medicine and Arthroscopy, 1.Auflage, Lippincott Williams & Wilkins (2006), S.121-124

Autor & Layout:

  • Achudhan Karunaharamoorthy
  • Christopher A. Becker

Illustratoren: 

  • Musculus deltoideus - Yousun Koh 
© Sofern nicht anders angegeben, sind alle Inhalte, inklusive der Illustrationen, ausschließliches Eigentum der kenHub GmbH. Sie sind durch deutsches und internationales Urheberrecht geschützt. Alle Rechte vorbehalten.

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