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Vesicula seminalis (Samenbläschen)

Inhalt

Einführung

Die Vesicula seminalis (Samenbläschen), auch Glandula vesicularis (Bläschendrüsen) genannt, sind akzessorische Geschlechtsdrüsen des Mannes. Ihr gelartiges, alkalisches Sekret, das u.a. Fruktose und Proteine enthält, macht ca. 60% des Ejakulatvolumens aus und spielt eine wichtige Rolle für die Fertilität und Motilität der Spermien.

Aufbau und Lage

Die paarig angelegten Vesicula seminalis liegen posterior am Blasenfundus, kranial der Prostata und lateral der Ampulla des Samenleiters (Ductus deferens). Dorsal reichen sie bis zum Rektum oder zur Excavatio rectovesicalis. Ihre Ausführungsgänge (Ductus excretorius) münden an der Basis der Prostata in den Samenleiter unter Bildung des Spritzkanals (Ductus ejaculatorius), der wiederum in die Prostata eindringt und in der Harnröhre endet. 

Embryologisch entstehen sie durch lokale Aussackungen des Samenleiters, d.h. sie sind Abkömmlinge des Urnierengangs (Wolff-Gang). Der Name „Bläschen“ ist irreführend, denn tatsächlich handelt es sich bei ihnen um 5-10 cm lange, mehrfach gefaltete Säckchen mit einem Füllungsvolumen von ca. 4 ml.

Versorgung und Innervation

Die arterielle Durchblutung der Vesicula seminalis ist höchst variabel. Die versorgende Arterie entspringt meist aus aus der A. vesicalis superior (Ast der A. umbilicalis) oder direkt aus der A. umbilicalis und bildet häufig Anastomosen mit Ästen der A. iliaca interna.

Das venöse Blut fließt über die gleichnamige Venen in den Venenplexus der Harnblase (Plexus venosus vesicalis) und der Prostata (Plexus venosus prostaticus) ab, von wo es weiter in die V. iliaca interna abgeleitet wird. Die Lymphe drainiert in die inneren und äußeren iliakalen Lymphknoten (Nll. iliaci interni und externi) und von dort weiter in die Nll. iliaci communes.

Die sympathischen Nerven der Vesicula seminalis stammen aus dem Plexus hypogastricus inferior (Plexus vesicalis, Plexus prostaticus) und vermitteln die Ejakulation. (Merke: Erektion = parasympathisch, Ejakulation = sympathisch!)

Histologie

Auf mikroskopischer Ebene besitzen die Vesicula seminalis den typischen Aufbau eines Hohlorgans bestehend aus einer Schleimhaut (Tunica mucosa), Muskelschicht (Tunica muscularis) und Adventitia (Tunica adventitia).

  • Tunica mucosa - ist durch ein ein- bis zweischichtiges prismatisches Epithel ausgekleidet und weist kleinere Auffaltungen auf. Zwischen ihnen findet man wenige apokrine Drüsenzellen. Die Schleimhaut ist von einer dünnen bindegewebigen Schicht (Lamina propria mucosae) umgeben.
  • Tunica muscularis - umringt die Mukosa mit einer dünnen, schwach ausgeprägten Schicht aus glatten Muskelzellen, die oft nicht klar von der Lamina propria mucosae abgrenzbar sind.
  • Tunica adventitia - besteht aus lockerem Bindegewebe, Gefäßen und Nerven und verbindet die Oberfläche der Vesicula seminalis mit den umliegenden Strukturen.
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Quellen anzeigen

Quellen:

  • H. Frick, H. Leonhardt, D. Stark: Spezielle Anatomie II, 4.Auflage, Thieme Verlag (1992), S.207-208
  • A. D. Smith, G. Badlani, G. M. Preminger et al.: Smith’s Textbook of Endourology, 2.Auflage, Wiley-Blackwell (2007), S.759-760

Autor:

  • Achudhan Karunaharamoorthy

Illustratoren: 

  • Samenbläschen (Vesicula seminalis), Sagittalschnitt - Irina Münstermann
  • Samenbläschen, Vesicula seminalis (kraniale Ansicht auf das männliche Becken) - Liene Znotina 
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