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Zungenbein (Os hyoideum)

Inhalt

Einleitung

Das Os hyoideum, auch Zungenbein genannt, ist ein kleiner unpaarer Knochen ohne direkte Gelenkverbindung zum restlichen Skelett. Es zählt zum Schädelskelett und befindet sich am Übergang vom Mundboden zum Hals, an zahlreichen Muskeln und Bändern aufgehängt. Mit seiner U-Form (Hufeisen, Spangenform) passt sich der Knochen perfekt zwischen die umgebenden Strukturen wie Zunge oder Kehlkopfknorpel ein und sorgt für eine Balance aus Stabilität und Bewegungsfreiheit/Flexibilität. Das Zungenbein ermöglicht nicht zuletzt Atmen, Sprechen und Schlucken, dabei dient es vor allem der Kraftübertragung und Koordination zwischen Muskeln im Mundboden und dem Kehlkopf.

Sagittale Ansicht des Schädels
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Strukturen des Schädels im Sagittalschnitt.

Aufbau

Grundsätzlich teilt man das Os hyoideum in einen medialen, leicht gebogenen Körper (Corpus ossis hyoidei/Truncus) sowie zwei große seitliche Hörner (Cornua majora), die nach dorsal zeigen und knotenförmig enden, und zwei kleine, oben vorn aufsitzende Hörner (Cornua minora). An letzteren setzt das Lig. stylohyoideum an, welches zum Processus styloideus des Os temporale zieht und die Bewegung nach ventrokaudal begrenzt. Der Knochen besitzt ansonsten keinerlei Gelenkflächen.

Begrenzungen und Verbindungen

Bänder und Bandstrukturen

Neben dem schon erwähnten Band zum Os temporale steht das Os hyoideum über das Lig. hyoepiglotticum, welches an der Innenseite des Corpus ansetzt, mit dem Knorpel des Kehldeckels (Cartilago epiglottica) in Verbindung. Im Ruhezustand wird unter anderem so der Kehlkopf offen gehalten. Weiterhin verbinden mehrere Bandstrukturen den Knochen mit dem Schildknorpel (Cartilago thyroidea): Ventral zwischen dem Corpus und der Incisura thyreoidea befindet sich das Lig. thyreohyoideum medianum, seitlich verläuft jeweils ein Lig thyreohyoideum laterale zwischen dem äußeren Unterrand der Cornua majora und dem Crus superium, wobei ein kleiner Knorpel, der Cartilago triticea, innerhalb des Bandes liegt. Jeweils zwischen den seitlichen und dem mittleren Band verläuft die Membrana thyreohyoidea. Diese Strukturen übertragen die Bewegungen des Zungenbeins auf den Kehlkopf.

Muskeln

Am Zungenbein setzen zahlreiche Muskeln an, die nach ihrer Lage eingeteilt werden können:

Infrahyoidale Muskeln (kaudal des Os hyoideum gelegen) entspringen an der Unterseite des Knochens und zählen zur Halsmuskulatur. Sie setzen an verschiedenen Rumpfknochen und dem Kehlkopf an und senken das Zungenbein. Beispiele: M. sternohyoideus, M. omohyoideus, M. thyrohyoideus

Suprahyoidale Muskeln (kranial des Os hyoideum gelegen) inserieren an der Ober- und Innenseite des Knochens und heben das Zungenbein, ein Teil bildet auch den Mundboden. Beispiele: M. geniohyoideus, M. digastricus, M. mylohyoideus

Es existieren keine Muskeln, die über das Zungenbein hinweg verlaufen, daher lässt es sich durch die Haut tasten. Es liegt bei aufrechter Kopfhaltung hinter und meist knapp unter dem Unterkiefer auf Höhe des 3. (bei Männern 4.) Halswirbels.

Ossifikation

Das Os hyoideum entwickelt sich als zusammengesetzter enchondraler Knochen aus der Knorpelanlage der Schlundbögen. Dabei geht man davon aus, dass die kleinen Hörner vom 2. und die restlichen Anteile vom 3. Schlundbogen stammen. Die Ossifikation an sich läuft relativ spät ab, wobei über die genauen Zeitpunkte Uneinigkeit besteht. Sie beginnt wohl frühestens im 4. Schwangerschaftsmonat, teilweise auch erst nach der Geburt, und endet spätestens in der Pubertät. Fest steht, dass der Knochen nach der Geburt noch größtenteils knorpelig vorliegt, und die Ossifikation bei den Cornua minora beginnt. Dabei besteht für jedes Horn ein Ossifikationskern, für den Corpus mindestens zwei.

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Quellen anzeigen

Referenzen:

  • G. Aumüller, G. Aust, A. Doll et al.: Duale Reihe Anatomie, 2. Auflage, Thieme (2010), S. 806
  • K. J. Moll, M. Moll: Anatomie, 18. Auflage, Urban & Fischer (2006), S. 316-317
  • T. H. Schiebler, H.-W. Korf: Anatomie, 10. Auflage, Steinkopff Verlag (2007), S. 636
  • A-R. Germelmann: Beitrag zur pränatalen Morphogenese des Os hyoideum des Menschen, Dissertation (2008), S. 15-18, 22-23

Autor: Jonathan Pohl

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