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Larynx (Kehlkopf)

Videoempfehlung: Larynx (Kehlkopf) [42:44]
Knorpel, Bänder, Membrane und Muskeln des Larynx.

Der Larynx (Kehlkopf) ist ein knorpelig-muskuläres Verschlusssystem an der Grenze der Atem- und Speisewege, der den Rachen (Pharynx) und die Luftröhre (Trachea) miteinander verbindet.

Der Larynx spielt eine wesentliche Rolle bei der Prävention von Aspiration, indem er sicherstellt, dass Luft in die Luftröhre gelangt, während Nahrung und Flüssigkeit in die Speiseröhre geleitet werden. Außerdem dient er der Regulation der Lungenbelüftung und der Stimmbildung.

In diesem Artikel werden die Anatomie, Histologie und häufige Erkrankungen des Larynx erläutert.

Kurzfakten zum Larynx (Kehlkopf)
Knorpel Epiglottis (Kehldeckel)
Cartilago thyroidea (Schildknorpel)
Cartilago arytenoidea (Stellknorpel, Aryknorpel)
Cartilago cricoidea (Ringknorpel)
Muskeln Suprahyale Muskulatur:
M. geniohyoideus
M. mylohyoideus
M. digastricus
M. stylohyoideus
Infrahyale Muskulatur:
M. sternohyoideus
M. sternothyroideus
M. thyrohyoideus
M. omohyoideus
Gefäß-Nerven-Versorgung Arterien: A. laryngea superior und inferior
Venen: V. laryngea superior und inferior
Innervation: N. laryngeus superior und N. laryngeus recurrens
Histologie Eingang des Larynx: Mehrschichtiges, unverhorntes Plattenepithel
Tiefere Abschnitte des Larynx: Flimmerepithel mit Kinozilien
Quergestreifte Muskulatur 
Plica vocalis + Plica vestibularis
M. vocalis 
Hyaliner Knorpel 
Funktion Trennung von Luft- und Speisewegen
Regulation des Schluckaktes
Stimmbildung (Phonation)
Inhalt
  1. Lage
  2. Einteilung
    1. Obere Etage (Supraglottis)
    2. Mittlere Etage (Glottis)
    3. Untere Etage (Subglottis)
  3. Aufbau
  4. Larynxmuskulatur
  5. Gefäß-Nerven-Versorgung
    1. Arterien
    2. Venen
    3. Lymphgefäße
    4. Innervation
  6. Histologie
  7. Embryologie
  8. Funktion
    1. Trennung von Luft- und Speisewegen
    2. Regulation des Schluckaktes
    3. Stimmbildung (Phonation)
  9. Klinik
    1. Koniotomie (Luftröhrenschnitt)
    2. Larynxkarzinom (Kehlkopfkrebs)
    3. Laryngoskopie (Kehlkopfspiegelung)
  10. Literaturquellen
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Lage

Der Larynx liegt zwischen der tiefen und mittleren Halsfaszie (Lamina praevertebralis und Lamina praetrachealis fasciae cervicalis).

Sein oberer Rand projiziert bei Erwachsenen in Ruhelage auf den 4. Halswirbel und die Stimmritze auf den 5. Halswirbel. Bei Neugeborenen befindet sich der Larynxeingang noch in Höhe des 3. Halswirbels und der Kehldeckel (Epiglottis) reicht bis an das Gaumensegel, weshalb Neugeborene gleichzeitig trinken und atmen können.

Einteilung

Am Larynx werden eine obere, mittlere und untere Etage unterschieden.

Obere Etage (Supraglottis)

Der Eingang des Larynx (Aditus laryngis) verläuft schräg ventrodorsal zum Vestibulum laryngis und reicht bis zu den beidseitig liegenden Taschenfalten (Plicae vestibulares).

Er wird ventral durch die Epiglottis begrenzt, von der die aryepiglottischen Falten (Plicae aryepiglotticae) nach dorsal zu den Stellknorpeln ziehen.

In der Klinik wird der Raum oberhalb der Taschenfalten als supraglottischer Raum oder Supraglottis bezeichnet.

Mittlere Etage (Glottis)

Dieser Bereich wird als transglottischer Raum bezeichnet und umfasst den schmalen, keilförmigen Raum zwischen den Taschenfalten und Stimmfalten (Plicae vocales). Der Spalt zwischen den beiden Stimmfalten ist die Stimmritze (Rima glottidis). Lateral zeigt der Raum eine taschenförmige Ausbuchtung der Schleimhaut, den Ventriculus laryngis (Morgagni-Ventrikel), die von den Taschen- bis zu den Stimmfalten reicht.

Untere Etage (Subglottis)

Dies ist der Raum unterhalb der Stimmfalten bis zur Verbindung des Ringknorpels mit der ersten Trachealspange. In der Klinik bezeichnet man diesen Abschnitt auch als Subglottis bzw. subglottischen Raum.

Aufbau

Die Grundlage des Larynx ist ein stabiles Skelett aus verschiedenen Knorpeln, die gelenkig miteinander verbunden sind. Sie umgeben ein Schleimhautrohr, das über verschiedene, meist innen liegende Muskeln eng oder weit gestellt werden kann.

Folgende vier Knorpel bilden das Kehlkopfskelett:

  • Epiglottis (Kehldeckel)
  • Cartilago thyroidea (Schildknorpel)
  • Cartilago arytenoidea (Stellknorpel, Aryknorpel)
  • Cartilago cricoidea (Ringknorpel)

Zwischen diesen Knorpeln kommen zwei Gelenke vor:

  • Art. cricothyroidea zwischen Ring- und Schildknorpel
  • Art. cricoarytenoidea zwischen Ring- und Stellknorpel

Larynxmuskulatur

Die Larynxmuskulatur lässt sich in zwei Gruppen einteilen.

Die eigentlichen Larynxmuskeln, die wiederum in einen Außenmuskel (extrinsisch) und mehrere Innenmuskeln (intrinsisch) unterteilt werden, sowie die suprahyale und infrahyale Muskulatur, welche den Larynx durch ihre Wirkung auf das Zungenbein mit bewegt.

Die Benennung der Muskeln erfolgt nach der Kurzform der drei wichtigsten durch sie verbundenen Knorpel: crico-, ary- und thyro-.

Nur ein einziger Muskel veranlasst die Öffnung der Stimmritze, der M. cricoarytenoideus posterior (Postikus).

Der M. cricothyroideus wird als einziger Muskel vom N. laryngeus superior innerviert, alle anderen Larynxmuskeln vom N. laryngeus inferior.

Gefäß-Nerven-Versorgung

Arterien

Die arterielle Versorgung des Larynxes ist zweigeteilt, die Grenze liegt auf Höhe der Stimmritze.

Die obere Hälfte wird von der A. laryngea superior (Ast der A. thyroidea superior) versorgt, die durch die Öffnung in der Membrana thyrohyoidea ins Larynxinnere eintritt.

Die untere Hälfte versorgt die A. laryngea inferior (Ast der A. thyroidea inferior), die entlang der Seitenwand des unteren Pharynxabschnittes verläuft und unterhalb des Schildknorpels in den Larynx eintritt.

Venen

Der venöse Abfluss des Larynx erfolgt über meist parallel zu den Arterien verlaufenden Venen (V. laryngea superior und inferior), die in die V. jugularis interna münden.

Lymphgefäße

Der Lymphabfluss des Larynx ist höchst variabel. In der Regel drainiert die Lymphflüssigkeit oberhalb der Stimmritze in die oberen tiefen Halslymphknoten (Nll. cervicales profundi superiores). Unterhalb der Stimmritze fließt sie dagegen über die Nll. prae- und paratracheales in die seitlichen tiefen Halslymphknoten (Nll. cervicales profundi laterales). Charakteristisch für die Glottisregion ist, dass sie kaum Lymphgefäße enthält, weshalb Glottiskarzinome nur selten lymphatisch metastasieren.

Innervation

Sowohl die sensible als auch die motorische und parasympathische (sekretomotorische) Innervation des Larynxes erfolgt über den N. vagus. Die dichte sensible Innervation der Larynxschleimhaut ist wichtig für die Auslösung des Hustenreflexes. Zwei Äste des N. vagus spielen eine Schlüsselrolle in der Innervation des Larynx:

  • N. laryngeus superior: Sein motorischer Ast (R. externus) innerviert den einzigen Außenmuskel (M. cricothyroideus), sein sensibler Ast (R. internus) versorgt die Schleimhaut oberhalb der Stimmritze. Parasympathisch innerviert er die Drüsen der Taschenfalten.
  • N. laryngeus recurrens: Dies ist der rückläufige Ast des N. vagus (klinisch meist nur als "Rekurrens" bezeichnet). Motorisch versorgt er über seinen Endast (N. laryngeus inferior) die gesamte Binnenmuskulatur und sensibel die Schleimhaut unterhalb der Stimmritze. Parasympathisch innerviert dieser Nerv die obere Trachealdrüse.

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Histologie

Die Art des Epithels des Larynx ist abhängig von der Lokalisation. In Bereichen starker mechanischer Beanspruchung, wie der Epiglottis sowie den Stimmfalten (Plicae vocalis), findet sich mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel. Die tiefer liegenden Abschnitte, wie im Innenraum des Kehlkopfes, sind dagegen mit einem respiratorischen Flimmerepithel ausgekleidet.

Die Lamina propria besteht aus lockerem kollagenem Bindegewebe und enthält seromuköse Drüsen (Glandulae epiglotticae und laryngeales), sowie lymphatisches Gewebe, das als Tonsilla laryngealis bezeichnet wird. Im Bereich der Stimmfalten sind keine Drüsen vorhanden. Ihre Oberfläche muss durch die Drüsen der umliegenden Bereiche feucht gehalten werden.

Auf die Lamina propria folgt eine Schicht quergestreifter Muskulatur. Der Raum zwischen dem Epithel und Bindegewebe erlaubt die Verschiebung der Stimmfalten und wird klinisch als Reinke-Raum bezeichnet.

Im frontalen Schnitt sind zwei Falten (Plica vocalis, Plica vestibularis), sowie der Musculus vocalis erkennbar. Zwischen den Plicae liegt der Ventriculus laryngis.

Lateral des M. vocalis findet sich hyaliner Knorpel (Cartilago cricoidea). Die Epiglottis, die Hörnchen- und Keilknorpel (Cartilagines corniculatae und cuneiformes) in der Plica aryepiglottica sowie die äußerste Spitze des Proc. vocalis am Aryknorpel bestehen dagegen aus elastischem Knorpel.

Embryologie

Die Entwicklung des Respirationstraktes geht vom embryonalen Darmrohr aus. Im Vorderdarm (Bereich des späteren unteren Pharynx) stülpt sich nach ventral die Laryngotrachealrinne aus. Aus dem Entoderm ihres kranialen Abschnittes entsteht unter anderem ein Teil des Larynxes.

Der restliche Larynx entsteht aus dem Mesenchym des 4. und 6. Kiemenbogens. Das Mesenchym um die Öffnung zum Vorderdarm proliferiert sehr stark und bildet die paarige Anlage der Aryknnorpel (Arywülste) sowie den unpaaren queren Epiglottiswulst (Anlage des Kehldeckels). Diese drei Vorwölbungen sind für das T-förmige Aussehen des Aditus laryngis verantwortlich.

Der Schildknorpel entsteht aus dem 4. Kiemenbogen, der Ringknorpel aus dem 6. Kiemenbogen. Die Larynxmuskulatur entsteht aus dem 4. und 6. Schlundbogen.

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Funktion

Trennung von Luft- und Speisewegen

Der Larynx besitzt eine Schutzfunktion, damit keine Flüssigkeiten oder Speisen in die unteren Atemwege gelangen. Sobald ein Fremdkörper in den Larynx oder die Trachea gelangt, wird der Hustenreflex ausgelöst.

Regulation des Schluckaktes

Er steigt beim Schlucken hoch, wodurch der Zungengrund die Epiglottis gegen den Larynxeingang drückt und ihn somit verschließt. Das Heben und Senken von Larynx und Zungenbein ist im Wesentlichen durch die Kontraktion der infra- und suprahyalen Muskulatur bedingt. Beim Schluckakt legen sich die Stimmlippen aneinander und verschließen so die Glottis.

Stimmbildung (Phonation)

Bei der Stimmbildung werden die Stimmfalten geschlossen und angespannt. Durch den bei der Exspiration entstehenden Druck werden sie auseinander gedrängt und in Schwingung gebracht. Die Frequenz der Schwingung und damit die Tonhöhe hängt sowohl von der Länge (je länger, desto tiefer) und der Spannung der Stimmfalten ab (je gespannter, desto höher). Die Lautstärke wird durch das Volumen und damit durch die Strömungsgeschwindigkeit des austretenden Luftstroms bestimmt.

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Kim Bengochea, Regis University, Denver
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