Arteria carotis interna
Die Arteria carotis interna (innere Halsschlagader) ist einer der beiden Äste der A. carotis communis und zählt zu den hirnversorgenden Arterien.
Sie zieht erst dorsolateral und dann medial der A. carotis externa zur Schädelbasis und versorgt das Auge, das vordere Gehirn, die Hypophyse, die Nasennebenhöhlen sowie die Stirn.
Arteria carotis interna und ihre Äste
Verlauf
Arteria carotis interna / innere Halsschlagader - lateral rechts
In ihrem Verlauf im Halsbereich wird die A. carotis interna durch den M. styloglossus und den M. stylopharyngeus von der A. carotis externa getrennt und von der V. jugularis interna und dem N. vagus begleitet.
Arteria carotis interna / innere Halsschlagader - kaudal
Abschnitte und Äste
Anatomisch werden im Verlauf der A. carotis interna vier Abschnitte unterschieden: eine Pars cervicalis, petrosa, cavernosa und cerebralis.
Arteria ophthalmica / Augenarterie - lateral rechts
Nach dem Eintritt in die Schädelbasis entspringen aus der Pars petrosa die eher unbedeutenden Aa. caroticotympanicae zur Versorgung der Schleimhaut der Cavitas tympani (Paukenhöhle), sowie die A. canalis pterygoidei zur gleichnamigen Struktur.
Der erste intrakranielle Abschnitt der A. carotis interna ist die Pars cavernosa. Hier gehen die A. hypophysialis inferior, sowie kleinere Äste zur Dura mater und den Hirnnerven IV und V ab.
Arteria cerebri anterior / vordere Hirnarterie - kaudal
Ebenfalls in der Pars cerebralis teilt sich die A. carotis interna in ihre beiden großen Endäste auf, die A. cerebri anterior und die A. cerebri media. Nach Abgabe der A. communicans anterior wendet sich die A. cerebri anterior zur Fissura longitudinalis cerebri. Zu ihren Versorgungsgebieten zählen die medialen Anteile des Gehirns. Die A. cerebri media zieht nach lateral zur Fossa lateralis und speist hauptsächlich die lateralen Anteile des Frontal-, Parietal- und Temporallappens. Sie setzt die Verlaufsrichtung der A. carotis interna fort.
Klinischer Fall
Eine Stenose der A. carotis interna (ACI-Stenose) tritt häufig im Rahmen einer systemischen Atherosklerose auf. Zu den typischen Symptomen einer symptomatischen Verengung der Arterie zählen vorübergehende Sehstörungen, transitorische ischämische Anfälle (TIA), Schwindelanfälle und bei länger andauerndem Verschluss des Gefäßes auch Schlaganfälle.
Eine ACI-Stenose stellt bei Operationen mit Herzlungenmaschine ein erhebliches Risiko für einen perioperativen Schlaganfall dar. Daher ist die präoperative Routineuntersuchung aller herzchirurgischen Patienten mit einer nicht-invasiven farbkodierter Duplex-Sonographie grundsätzlich zu empfehlen. Eine operative Sanierung einer ACI-Stenose, d.h. durch den Gefäßchirurgen mit Offenlegung der Gefäße, erfolgt lediglich bei einer höchstgradigen Stenose.
