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Suprahyoidale Muskulatur

Videoempfehlung: Suprahyoidale Muskulatur [09:20]
Ursprünge, Ansätze, Innervationen und Funktionen der suprahyoidalen Muskeln.

Die suprahyoidale Muskulatur (oberere Zungenbeinmuskeln) umfasst vier Muskeln, die von der Mandibula und dem Os temporale zum Zungenbein ziehen. Zu ihr zählen der:

  • Musculus digastricus
  • Musculus mylohyoideus
  • Musculus geniohyoideus
  • Musculus stylohyoideus

Zusammen bilden sie die muskuläre Grundlage des Mundbodens und tragen zum Kauen, Schlucken und Sprechen bei.

Dieser Artikel beschreibt die Anatomie dieser vier Muskeln, ihre Funktion und Besonderheiten.

Kurzfakten zur suprahyoidalen Muskulatur
Muskeln M. digastricus, M. mylohyoideus, M. geniohyoideus, M. stylohyoideus
Innervation N. facialis. N. mylohyoideus, N. mandibularis, Plexus cervicalis
Funktion Bildung des Mundbodens, Positionierung des Zungenbeins, tragen zum Kauen, Schlucken und Sprechen bei
Inhalt
  1. Verlauf und Innervation
    1. Musculus digastricus
    2. Musculus mylohyoideus
    3. Musculus geniohyoideus
    4. Musculus stylohyoideus
  2. Funktion
  3. Klinik
  4. Literaturquellen
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Verlauf und Innervation

Musculus digastricus

Der Musculus digastricus besteht aus zwei Anteilen, die durch eine Zwischensehne getrennt werden. Der vordere Muskelbauch (Venter anterior) entspringt an der Fossa digastrica des Unterkieferknochens, der hintere (Venter posterior) an der Incisura mastoidea des Os temporale.

Zusammen setzen sie an der Zwischensehne an, welche mit dem Zungenbein verbunden ist.

Die Besonderheit des Digastricus ist, dass sich seine beiden Muskelbäuche unterschiedlich entwicklen. Der vordere Bauch stammt aus dem 1. Schlundbogen und wird daher durch einen Ast des Nervus mandibularis innerviert (Nervus mylohyoideus). Der hintere Bauch dagegen stammt aus dem 2. Schlundbogen, weshalb er vom Nervus facialis versorgt wird.

Musculus mylohyoideus

Der Musculus mylohyoideus zieht von der Linea mylohyoidea des Unterkiefers zu einer median verlaufenden Ansatzsehne (Raphe mylohyoidea), an der sich die Muskeln beider Seiten treffen. Diese Sehne verläuft dann weiter in Richtung des Zungenbeins.

Die Innervation erfolgt ebenfalls über den Nervus mylohyoideus des Nervus mandibularis.

Musculus geniohyoideus

Der Musculus geniohyoideus entspringt an der Spina mentalis an der Innenseite des Unterkiefers und strahlt fächerförmig zum Zungenbeinkörper.

Er wird über Fasern des Plexus cervicalis (C1-C2) versorgt, die vom Nervus hypoglossus begleitet und als motorischer Ast abgespalten werden (Ramus geniohyoideus)

Musculus stylohyoideus

Der Musculus stylohyoideus zieht vom Processus styloideus des Os temporale zum Zungenbeinkörper. Dabei kommt es distal zu einer Spaltung der Ansatzsehne.

Der Stylohyoideus wird vom Nervus facialis versorgt.

Das sind ganz schön viele Muskeln die alle gelernt werden müssen. Unsere Lernstrategien können dir dabei Hilfestellung bieten und dir zeigen, wie du die Loci-Methode für das Erlernen der anatomischen Strukturen nutzen kannst.

Funktion

Alle suprahyoidalen Muskeln tragen zum Mundboden bei, doch die eigentliche Muskelplatte, die sich zwischen den Unterkieferästen spannt, wird durch die Mylohyoidei gebildet (Diaphragma oris). Von oben wird der Mundboden vor allem durch die Geniohyoidei verstärkt und von unten durch die vorderen Bäuche der Digastrici. Das Diagphragma oris trennt die Regio sublingualis von der Regio submandibularis, zwischen denen lediglich über das Bindegewebe am hinteren Mylohyoideus eine Verbindung besteht.

Die suprahyoidale Muskulatur bildet nicht nur den Mundboden, sondern spielt eine wichtige Rolle für das Kauen, Schlucken und Sprechen. Gemeinsam mit den infrahyoidalen Muskeln sind sie für die Positionierung des Zungenbeins verantwortlich. Im Einzelnen heben der Digastricus und Stylohyoideus das Zungenbein beim Schluckakt und helfen darüber hinaus bei der Mundöffnung. Der Geniohyoideus bewegt das Zungenbein beim Schlucken nach vorne und unterstützt die Öffnung und Seitwärtsbewegung des Unterkiefers. Der Mylohyoideus spannt und hebt hauptsächlich den Mundboden, aber auch er kann bei der Kieferöffnung und Kaubewegungen helfen. Auf Grund ihrer Unterstützung währen des Kauakts werden die suprahyoidalen Muskeln auch als akzessorische Kaumuskeln bezeichnet.

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Kim Bengochea, Regis University, Denver
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