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Fibrae corticonucleares

Die Fibrae corticonucleares, deren gemeinsamer Verlauf als Tractus corticonuclearis oder Tractus corticobulbaris zusammengefasst wird, sind Fasern der Pyramidenbahn, die an motorischen Hirnnervenkernen enden. Sie dienen der Ansteuerung der motorischen Kerngebiete der Hirnnerven durch die Pyramidenbahn. Diejenigen Fasern der Pyramidenbahn, die bis ins Rückenmark hinabsteigen, werden als Fibrae corticospinales zusammengefasst. 

Der Begriff Tractus corticonuclearis wird auch für efferente Verbindungen der Kleinhirnrinde verwendet, zu denen inhibitorische Projektionen der Purkinje-Zellen auf zerebelläre und vestibuläre Kerne zählen, weshalb die Unterscheidung des Begriffes nur anhand des Kontexts möglich ist.
 

Kurzfakten
Ursprung DIe Fasern gehen von der Pyramidenbahn auf Höhe des Mittelhirns aus.
Einzugsgebiet Hirnnervenkerne
Funktion DIe Verbindung zwischen motorischem Kortex und Hirnnerven ermöglicht die willkürliche Steuerung von Skelettmuskeln.

Verlauf 

Die kortikonukleären Fasern verlassen die Pyramidenbahn auf Höhe des Mittelhirns gemeinsam als ein Strang, der dann auf den jeweiligen Höhen der Hirnnervenkerne einzelne Fasern an diese abgibt. 

Über eine kurze Strecke hinweg gibt es also eine Pyramidenbahn und einen Tractus corticonuclearis, die zwar einander angelagert sind, aber keine Fasern mehr austauschen.

Tractus pyramidalis

Besonderheiten im Verlauf

Ein Großteil der Fasern der Pyramidenbahn entspringen bestimmten Großhirnrindenfeldern, genauer der Area 4 oder 6. Ein kleinerer Anteil hat ihren Ursprung jedoch in der Area 8, dem frontalen Augenfeld. Die von den Augenfeldern stammenden Fasern werden auch als Tractus corticomesencephalicus zusammengefasst, bilden aber dennoch einen Teil des Tractus corticonuclearis  bzw. verlaufen mit diesem und bewirken konjugierte Augenbewegungen.

Sie ziehen zu verschiedenen Kerngebieten (u.a. Colliculus superior, Area pretectalis, Formatio reticularis), werden dort umgeschaltet und ziehen erst dann weiter zu den Hirnnervenkernen, die die Okulomotorik steuern. 

Hirnnervenkerne

Funktion 

Die Fibrae corticonucleares stellen eine direkte Verbindung zwischen dem motorischen Kortex und den Hirnnerven dar. Auf diese Weise können Skelettmuskeln, die von Hirnnerven innerviert werden, willkürlich gesteuert werden. Alle anderen Funktionen der Hirnnerven können nicht willkürlich kontrolliert werden.

Die durch Hirnnerven innervierten Skelettmuskeln unterliegen zusätzlich unwillkürlichen Einflüssen aus dem Hirnstamm, dem Mittelhirn und dem Zwischenhirn sowie allokortikaler Strukturen. Ein Beispiel stellt die willkürliche, überwiegend durch den Nervus facialis innervierte mimische Muskulatur dar. Besonders angenehme oder besonders unangenehme sensorische Reize (Bilder, Geräusche, Gerüche) können modulierend auf die motorischen Facialis-Kerne wirken und den Gesichtsausdruck erheblich verändern. Durch Training kann erlernt werden, die unwillkürliche Komponente zu unterdrücken. Derselbe Effekt kann auch passiv durch einen Gewöhnungseffekt erzielt werden.

Videoempfehlung: Hirnnerven
Übersicht über die 12 Hirnnerven.

Die motorische Ansteuerung der Hirnnervenkerne erfolgt direkt über die Fibrae corticonucleares und sorgt damit ganz überwiegend für deren Aktivierung. Es handelt sich allerdings nicht um die einzigen Afferenzen der Kerne. Die Hirnnervenkerne werden auch von anderen Strukturen angesteuert und sind zum Teil untereinander vernetzt, sodass zusätzlich eine Beeinflussung durch hormonelle, vegetative und (sub)kortikale Regelkreise und Bahnen erfolgt.

Für mehr Informationen zur Pyramidenbahn, den Hirnnerven und den Hirnnervenkernen kannst du dir die nachfolgenden Lernmaterialien ansehen:

Klinik 

Eine Schädigung der Fibrae corticonucleares führt zu Ausfällen in den jeweiligen von Hirnnerven innervierten quergestreiften Muskeln. Isolierte Schädigungen kommen praktisch nicht vor, allerdings wird die Pyramidenbahn nicht selten im Rahmen ischämischer Infarkte beeinträchtigt.

Die Fibrae corticonucleares ziehen im Bereich des Genu capsulae internae (Kapselknie) durch die Capsula interna. Der vordere Schenkel sowie das Kapselknie werden häufig von der Arteria cerebri media versorgt. Im Falle einer Infarzierung kann also eine Fazialisparese ("Gesichtslähmung") auftreten. Allerdings ist die Versorgung der Capsula interna variabel und auch andere Gefäße steuern zu ihrer Blutzufuhr bei. 

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Quellen anzeigen

Quellen: 

  • Kahle, W., Frotscher, M. (2009). Nervensystem und Sinnesorgane – Taschenatlas Anatomie (10. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag, S. 140 f.
  • Bähr, M., Frotscher, M. (2009). Neurologisch-topische Diagnostik (9. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag, S. 59.
  • Benninghoff, A., Drenkhahn, D. (2004). Anatomie - Band 2 (16. Auflage). München: Urban & Fischer, S. 414, 323, 541.

Text, Review & Layout:

  • Andreas Rheinländer
  • Dr. med. Charlotte Barthe
  • Nicole Gonzalez
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