Musculus transversus abdominis
Der Musculus transversus abdominis (querer Bauchmuskel) ist der tiefste Muskel der vorderen Bauchwand. Er wird zu den seitlichen Bauchmuskeln gezählt. Manchmal wird er auch als Constrictor abdominis bezeichnet, da seine langen Muskelfasern zur Einschnürung der Taille führen.
| Ursprung | Rippen 6-12, Fascia thoracolumbalis, Lendenwirbelkörper, Crista iliaca, Ligamentum inguinale |
| Ansatz | Rektusscheide, Os pubis |
| Innervation | Nn. intercostales, N. subcostalis, Äste des Plexus lumbalis |
| Funktion |
- Rumpfdrehung - Expiration - beteiligt an Bildung der Muskel-Sehnen-Platte - dorsale Begrenzung des Canalis inguinalis |
Verlauf und Versorgung
Die Fasern des M. transversus abdominis entspringen beidseits an
- der Innenseite der Rippen 6 – 12,
- dem tiefen Blatt der Fascia thoracolumbalis,
- den Processus costales der Lendenwirbelkörper,
- dem Labium internum der Crista iliaca des Os ilium,
- dem Ligamentum inguinale (Leistenband).
Von dort aus verlaufen die Fasern in horizontaler Richtung und inserieren schließlich mittels einer Endsehne in das dorsale Blatt der Rektusscheide (Vagina musculi recti abdominis), beziehungsweise kaudal der Linea arcuata in das ventrale Blatt (da das hintere Blatt nicht mehr vorhanden ist). Diese Ansatzzone zwischen Rektusscheide und M. transversus abdominis wird als Linea semilunaris (Spieghel-Linie) bezeichnet.
Des Weiteren setzt der M. transversus abdominis über die Falx inguinalis am Os pubis (Schambein) an, die sich lateral der Ansatzsehne des M. rectus abdominis (gerader Bauchmuskel) befindet.
Die Faszie des M. transversus abdominis liegt dem Peritoneum (Bauchfell) auf und überzieht die Innenseite der gesamten ventralen Bauchwand, oberhalb der Linea arcuata bildet die Fascia transversalis gemeinsam mit der Aponeurose des M. obliquus internus das dorsale Blatt der Rektusscheide.
Die Blutversorgung des M. transversus abdominis erfolgt im ventralen Teil über die Vasa epigastrica inferior und superior, im lateralen Teil durch die Vasa intercostales posteriores 5-11, die Vasa subcostalis, lumbales 1-4 und die Vasa circumflexa ilium profunda.
Innerviert wird der M. transversus abdominis durch die kaudalen Nn. intercostales (Th 7-11), den N. subcostalis (Th 12) sowie durch die Nn. iliohypogastricus, ilioinguinalis, genitofemoralis - alles Äste aus dem Plexus lumbalis.
Funktion
Je nachdem ob der M. transversus abdominis einseitig oder beidseitig aktiviert wird, kann er unterschiedliche Funktionen haben. Einseitige Kontraktion führt zur Drehung des Rumpfes zur aktivierten Seite, beidseitige Kontraktion unterstützt die Exspiration.
Er bildet mit den übrigen Bauchmuskeln eine Muskel-Sehnen-Platte, die die Rippen mit den Beckenknochen verbinden und somit das Abdomen nach ventral begrenzen. Durch das Zusammenwirken aller Bauchmuskeln kann die Bauchdecke gespannt werden und der intraabdominelle Druck gesteigert werden (Bauchpresse), was auch für Miktion und Defäkation relevant ist.
Weiterhin bildet die Faszie des M. transversus abdominis die dorsale Begrenzung (Hinterwand) des Canalis inguinalis (Leistenkanal).
Klinik
Eine Entzündung in der Bauchhöhle kann bei Beteiligung des Peritoneums zu einem Anspannen der Bauchmuskulatur führen. Dieser pathologische Zustand wird als Abwehrspannung bezeichnet und kann beim Symptombild „Akutes Abdomen“ auftreten. Dieser Befund erfordert sofortige Abklärung und Therapie, da es sonst zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen kann.
Eine weitere Pathologie im Zusammenhang mit dem M. transversus abdominis sind direkte und indirekte Leistenhernien. Bei direkten, medialen Hernien durchbricht der Bruchsack die Faszie des M. transversus abdominis, wohingegen der Bruchsack bei indirekten Hernien durch den Leistenkanal hindurch tritt und noch von einer Aussackung der Fascia transversalis umgeben wird. In beiden Fällen kann eine entsprechende Vorwölbung der Bauchdecke beobachtet werden. Therapeutisch erfolgt eine manuelle oder operative Reposition, um eine Einklemmung des Inhalts der Bruchsacks zu verhindern.
