Nervus ilioinguinalis
Der Nervus ilioinguinalis ist ein peripherer Nerv aus dem Plexus lumbalis mit motorischen und sensiblen Anteilen. Er entspringt dem Lendensegment L1 und selten auch zu kleinen Teilen dem Segment L2 des Rückenmarks.
Medizinisch bedeutsam ist er vor allem beim Ilioinguinalis-Syndrom, welches als Komplikation nach Operationen auftreten kann.
Verlauf
Nervus ilioinguinalis (ventrale Ansicht)
Funiculus spermaticus / Samenstrang (ventrale Ansicht)
Funktion
Die motorischen Äste (Rr. musculares) des N. ilioinguinalis innervieren zusammen mit dem N. iliohypogastricus kaudale Anteile des M. transversus abdominis und des M. obliquus internus abdominis, die an der Expiration, der Bauchpresse und Bewegungen des Rumpfes beteiligt sind.
Beim Mann versorgen die sensiblen Nn. scrotales anteriores die Haut der Peniswurzel und der kranialen Skrotumanteile, bei der Frau innervieren die Nn. labiales anteriores sensibel den Mons pubis (Venushügel) sowie die großen Schamlippen. Zu einem geringen Teil versorgen die sensiblen Äste manchmal auch kleine Bereiche der proximalen Oberschenkelinnenseite.
Klinik
Ursachen für eine Läsion des N. ilioinguinalis können vor allem eine zu weit oben durchgeführte Injektion in den Gesäßmuskel oder eine Kompression durch Narbenzüge nach Eingriffen (z.B. Herniotomien, Appendektomien, gynäkologischen Operationen oder auch einer Nierenentfernung) sein. Liegt eine Schädigung des Nervs beim Durchtritt durch die Bauchwandmuskulatur vor, wird dies als Ilioinguinalis-Syndrom bezeichnet.
Dabei treten besonders beim Gehen Schmerzen in der Leisten- und Symphysenregion auf, die in die Kreuz- und die Nierengegend ausstrahlen können. Oftmals kommt es auch zu einer schmerzbedingten Einschränkung der Hüftinnenrotation und der Streckung des Hüftgelenks.
