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Venen der Wirbel und des Rückenmarks

Der venöse Abfluss des Rückenmarks erfolgt über zwei vertikal verlaufende Hauptvenen sowie Begleitvenen, die in und um das Rückenmark ein venöses Geflecht bilden und in den epiduralen Venenplexus münden.

Ihr Verlauf ist ähnlich, aber nicht identisch mit dem der Arterien des Rückenmarks. Eine ebenfalls gängige Nomenklatur gliedert das System in vertikales und horizontales.

Anordnung der Spinalvenen

Das Rückenmark wird von einem dichten Geflecht an Venen (pialer Venenplexus) durchzogen. Diese sind in regelmäßigen Abständen ringförmig um das Rückenmark angeordnet. Im Rückenmark selbst verlaufen die Venen radiär von innen nach außen, um dann in die Ringvenen zu münden.

Die „venösen Ringe“ stehen über vertikale Venen miteinander in Verbindung, die V. spinalis anterior und die V. spinalis posterior (Hauptvenen des vertikalen Systems). Diese liegen jeweils ventral und dorsal dem Rückenmark an und verlaufen vertikal an diesem entlang. Die posteriore Spinalvene kann auch doppelt angelegt sein, wobei beide Venen dann nicht wie die einzeln angelegte Vene im Sulcus medianus posterior, sondern entlang der beiden Hinterhörner verlaufen.

Neben den beiden Hauptvenen können auch Begleitvenen (Nebenvenen) angelegt sein, die zumeist in direkter Nachbarschaft zu ihnen zu finden sind. Die Haupt- und Nebenvenen liegen innerhalb der Pia mater spinalis. Die anteriore Vene und eventuelle Nebenvenen, münden jeweils in eine Vena radicularis anterior (vordere Wurzelvene) und die posteriore(n) Vene(n) in eine Vena radicularis posterior (hintere Wurzelvene). Die Wurzelvenen verlaufen mit den Spinalwurzeln und treten mit ihnen gemeinsam aus dem Durasack aus.

Bis zum Austritt aus der Dura sind die spinalen Venen klappenlos. Die ersten Klappen befinden sich im Bereich des Durchtrittes durch die Dura. Die Wurzelvenen bilden das horizontale System und erhalten Zufluss aus dem vertikalen System.

Beide Wurzelvenen vereinen sich auf jeder Seite zu einer Vena spinalis, die wiederum auf beiden Seiten in den Plexus venosus vertebralis internus mündet. Dieser liegt, eingebettet im Fettgewebe des Epiduralraumes, der Innenseite eines jeden Wirbelkörpers an. Der Plexus venosus vertebralis internus steht beidseits über eine V. intervertebralis mit dem Plexus venosus vertebralis externus in Verbindung.

Variationen der Wurzelvenen

Die Wurzelvenen finden sich nicht über die gesamte Länge des Rückenmarks, sondern bevorzugt in bestimmten Spinalnervensegmenten: in Höhe C1 bis C4, am zervikothorakalen Übergang und in Höhe Th4 bis Th8. In diesen Abschnitten  sind sie überwiegend vorhanden.

Zervikal finden sich vier bis sechs Wurzelvenen, thorakal vierzehn, lumbal vier bis fünf und sakral eine Wurzelvene. In etwa 80 bis 90% der Fälle ist eine Vena radicularis magna anterior und eine Vena radicularis magna posterior angelegt.

Videoempfehlung: Venen der Wirbelsäule (en)
Überblick über die Venen der Wirbelsäule und des Spinalkanals.

Abfluss

Das Blut des pialen Venengeflechtes gelangt wie beschrieben in den Plexus venosus vertebralis internus, jedoch fließt auch ein Teil direkt in die Vv. intervertebrales. Die Intervertebralvenen münden im Halsbereich in die Vv. vertebrales sowie die tiefen Halsvenen, im Thorakalbereich in die Vv. intercostales sowie die Vv. lumbales und im Sakralbereich in die Vv. sacralis lateralis und mediana.

Meist gibt es insgesamt vier Vv. intervertebrales auf jeder Segmenthöhe, die durch zahlreiche Anastomosen miteinander verbunden sind und die Spinalnerven geflechtartig umfassen.

Plexus venosus vertebralis

Der Plexus venosus vertebralis internus (Wirbelvenengeflecht) erstreckt sich vom Foramen magnum bis zum Os coccygis. Er gliedert sich in einen vorderen und hinteren Teil, Plexus venosus vertebralis internus anterior und posterior. Beide sind durch Queranastomosen miteinander verbunden. Sie umschließen den Durasack ringförmig.

Der Plexus venosus vertebralis internus anterior nimmt die Venae basivertebrales auf, die baumartig verzweigt innerhalb der Wirbelkörper verlaufen und diese drainieren. Kranial besitzt der Plexus Anschluss an den Sinus marginalis sowie den Plexus basilaris.

Der Plexus venosus vertebralis externus ist ebenfalls in einen anterioren und einen posterioren Anteil gegliedert. Der anteriore Teil liegt den ventralen Flächen der Wirbelkörper an und findet  über die Vv. diploicae Anschluss an die Venen im Inneren des Wirbelkörpers. Eine Besonderheit ist der sakrale Anteil, der als Plexus venosus sacralis anterior bezeichnet wird und über Vv. haemorrhoidales mit den Vv. iliacae internae kommuniziert.

Der Plexus venosus vertebralis externus posterior liegt im Sulcus vertebralis, bedeckt vom Musculus erector spinae, steht in Verbindung mit dem Plexus suboccipitalis und wird durch die Dornfortsätze seinerseits in einen vorderen und hinteren Anteil geteilt. Beide Geflechte kommunizieren miteinander und nehmen ihrerseits das Blut aus feinen Knochen-, Muskel- und Hautvenen auf.

Die Vv. intervertebrales (Diploevenen der Wirbelkörper) wirken als Anastomosen zwischen Plexus venosus vertebralis internus und externus. Beide Plexus sind mit den Körperwandvenen verbunden, die ihrerseits entweder in die Vena cava inferior oder die Vena cava superior drainieren. Damit stellen die venösen Plexus ein Bindeglied zwischen oberer und unterer Hohlvene dar. Gemeinsam mit dem Azygossystem bilden sie damit einen venösen Kollateralkreislauf. Sie sind klappenlos, was klinische Bedeutung hat.

Klinik

Metastasierungen

Der Plexus venosus vertebralis internus ist über klappenlose Venen mit dem venösen Plexus der Prostata verbunden. Kommt es im Rahmen eines Prostatakarzinoms zur Ausbildung von Metastasen und brechen diese in den Venenplexus der Prostata ein, können sie wegen der fehlenden Venenklappen in den Plexus venosus vertebralis internus gelangen. Auf diesem Weg kann es zu schmerzhaften ossären Metastasen der Wirbelsäule kommen.

Eine ähnliche Problematik ergibt sich beim Einbruch von Tumoren im Beckenbereich in Beckenvenen, die mit dem Plexus in Verbindung stehen. Nach Überschreitung der  Duragrenze ist eine Ausbreitung  im venösen System des Rückenmarks deutlich erleichtert. Metastasen, die das venöse System des Rückenmarks infiltriert haben gelten als inoperabel, da sie durch Anschluss an das Blutsystem mobil sind und sich kleine metastatische Absiedelungen nur schwer oder gar nicht bildgebend darstellen lassen.

Kongestive Myelopathie

Der kongestiven Myelopathie (Foix-Alajouanische'sche Erkrankung) liegt eine arteriovenöse Fistelbildung zugrunde. Dabei fließt Blut aus dem arteriellen System über einen Shunt direkt ins venöse System ab. Solange das Shuntvolumen gering ist, treten keine Symptome auf. Übersteigt jedoch der Zufluss die Fähigkeit des venösen Systems zum Abtransport, steigt der spinale intravenöse Druck. Eine Ursache dafür kann ein verminderter Abfluss über die Wurzelvenen sein.

Das Rückenmark reagiert auf Druckerhöhungen äußerst empfindlich. Es kommt zu progredienten Symptomen, die abhängig von der Höhe (Spinalnervensegment) der Schädigung sind. Die Diagnose erfolgt durch eine Magnetresonanztomographie. Therapeutisch wird versucht die Fistel operativ zu verschließen, wobei die Angiographie zur Orientierung dient.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • Schünke, M., Schulte, E., Schumacher, U., et al. (2009). Kopf, Hals und Neuroanatomie – Prometheus (2. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag. S. 327, 360 f.
  • Benninghoff, A., & Drenckhahn, D. (2004). Anatomie - Makroskopische Anatomie, Histologie, Embryologie, Zellbiologie - Band 2 (16. Auflage). München: Urban & Fischer Verlag. S. 647
  • Kahle, W., & Frotscher, M. (2009). Nervensystem und Sinnesorgane – Taschenatlas Anatomie (10. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag. S. 60 f.
  • Bähr, M., & Frotscher, M. (2009). Neurologisch-topische Diagnostik (9. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag. S. 444 f.

Text, Review, Layout:

  • Andreas Rheinländer
  • Dr. med. Charlotte Barthe
  • Marie Hohensee
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