Arteria hepatica communis
Die Arteria hepatica communis (gemeinsame Leberarterie) ist einer von insgesamt drei unpaaren Ästen des Truncus coeliacus.
Sie ist nur wenige Zentimeter lang und versorgt die Leber, die Gallenblase sowie teilweise den Magen, das große Netz (Omentum majus), das Duodenum und das Pankreas.
Arteria hepatica communis / gemeinsame Leberarterie - ventral
Verlauf
Arteria hepatica communis in situ / gemeinsame Leberarterie - ventral
Äste
Arteria gastroduodenalis
Arteria gastroduodenalis / Magen-Zwölffingerdarm-Arterie - ventral
A. gastroomentalis dextra.
Arteria hepatica propria
Arteria hepatica propria / Leberarterie - ventral
Noch vor Eintritt in das Leberparenchym teilt sich die A. hepatica propria in einen rechten und linken, manchmal auch mittleren Ast auf. Aus ihrem rechten Ast entspringt die A. cystica zur Versorgung der Gallenblase.
Arteria gastrica dextra
Arteria gastrica dextra / rechte Magenarterie - ventral
Klinischer Fall
Funktionell wird die Leber in acht unabhängige Segmente geteilt. Diese Aufteilung beruht darauf, dass sie von je einem Ast der A. hepatica propria sowie der V. portae hepatis und des Ductus hepaticus versorgt werden. Die Architektur erlaubt somit, dass einzelne Lebersegmente reseziert werden können, ohne dass die Versorgung anderer Gebiete beeinträchtigt wird. Relevant ist dies beispielsweise beim hepatozellulären Karzinom (Leberzellkarzinom, HCC), welches meist auf dem Boden einer Zirrhose (diffuser bindegewebiger Umbau der Leberstruktur) entsteht, z.B. bei chronischer Hepatitis oder Alkoholabusus.
Klinisch äußert sich das HCC oft spät, u.a. durch Druckschmerz im Oberbauch, Aszites (größere Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle) und Kachexie (ausgeprägte Abmagerung). Die Diagnostik umfasst eine Blutuntersuchung zur Bestimmung des unspezifischen Tumormarkers AFP (Alpha-Fetoprotein) sowie Bildgebung (Farbduplex- und Kontrastmittelsonografie, MRT/CT).
Bei inoperablem HCC oder Metastasen ist die transarterielle Chemoembolisation ein alternatives Verfahren. Dabei wird ein Katheter über die A. hepatica communis und deren Hauptäste platziert, um zielgenau zytotoxische Substanzen in das betroffene Lebersegment zu injizieren.
