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Bänder innerhalb des Abdomens

Desmologie ist ein Bereich der Anatomie, der sich mit den Bändern befasst. Der Begriff leitet sich vom griechischen Wort desmos ab, was “Bindung” bedeutet. Unter einem Band wird im Allgemeinen ein faseriges Bindegewebe verstanden, das Knochen zusammenhält. Weiterhin beschreibt der Begriff peritoneale Falten, die benachbarte Eingeweide aneinander oder an der Bauchwand verankern. Die Organe, vor allem die Leber, der Magen, das Duodenum und die Milz, werden fast schwebend in der Bauchhöhle gehalten. 

Die Nomenklatur, die zur Benennung der Bänder innerhalb des Verdauungstrakts genutzt wird, basiert auf den Strukturen, die verbunden werden. Beispielsweise verbindet das Ligamentum hepatoduodenale die Leber mit einem Teil des Duodenums.

Mit diesem Artikel erhältst du eine Übersicht über die Bänder des Abdomens sowie wichtige klinische Zusammenhänge.

Bänder innerhalb des Abdomens
Lig. coronarium Größtes hepatisches Band, zwei Schichten verbinden Leber, Zwerchfell und rechte Niere
Ligg. triangulare  Asymmetrisch bilateral angelegte Bänder (Lig. triangulare dextrum et sinistrum), die Leber in ihrer Position halten
Lig. falciforme Zweitgrößtes, sichelförmiges Band der Leber
Lig. teres hepatis Geht nach der Geburt aus der V. umbilicalis hervor
Lig. venosum Geht nach der Geburt aus dem Ductus venosus hervor
Omentum minus Wird in das Lig. hepatogastricum (umschließt V. cava inferior) und das Lig. hepatoduodenale unterteilt (umgibt Bestandteile der Leberpforte)
Treitz-Band Muskel aus glatten Muskelfasern und Skelettmuskulatur, der die Darmbeweglichkeit unterstützt.
Lig. gastrocolicum Teil des Omentum majus, der am Mesocolon transversus inseriert und die vordere Grenze der Bursa omentalis bildet.
Lig. gastrosplenicum Ein Abschnitt des Omentum majus, der die Milz umgibt und sie an der linken Niere befestigt

Ligamentum coronarium

Die Leber ist das größte der akzessorischen Verdauungsorgane innerhalb des Bauchraums und ist durch mehrere Bänder im oberen rechten Quadranten der Bauchhöhle verankert. Das größte der sieben hepatischen Bänder ist das Lig. coronarium (Kronenband). Diese fibröse, zweischichtige Struktur geht aus dem Zwerchfellperitoneum hervor, das posteroinferior am rechten Leberlappen befestigt ist.

Die oberen Schichten des Ligaments teilen sich weiter auf, um rechtsseitig die obere Fläche der Leber an der unteren Fläche des Zwerchfells zu verankern.

Weiterhin verbinden die unteren Schichten des Bandes - ebenfalls auf der rechten Seite - die untere Fläche der Leber mit der rechten Niere und der dazugehörigen rechten Nebenniere. Daraus ergibt sich eine triangulare Fläche ohne Bauchfell, die als Area nuda bezeichnet wird. 

Das Lig. coronarium des rechten Leberlappens geht in das rechte Lig. triangulare über. Auf der linken Seite gibt es kein wirkliches Lig. coronarium. Stattdessen verbinden sich die oberen und unteren Schichten des Bandes direkt zum linken Lig. triangulare.

Ligamentum triangulare dextrum et sinistrum

Die beiden Ligg. triangularia sind asymmetrische bilaterale Strukturen, die dazu beitragen, die Leber in ihrer Position zu halten. 
Das rechte Lig. triangulare ist relativ kurz und verläuft mit dem Lig. coronarium. Es beginnt an der oberen Spitze der Area nuda der Leber.

Das linke Lig. triangulare wird von den zwei Schichten des Lig. coronarium gebildet. Folglich projiziert es sich über der kranialen Fläche des linken Leberlappens. Das Band befindet sich anterior des abdominellen Abschnitts der Speiseröhre, des mittleren Teils des Magenfundus und des kranialen Abschnitts des Omentum minus. 

Während das rechte Lig. triangulare mit dem Lig. coronarium verläuft, wird das linke vom Lig. falciforme und dem Omentum minus begleitet. Dabei folgt die hintere Schicht des linken Lig. triangulare dem Omentum minus inferolateral und die vordere Schicht dem Lig. falciforme superomedial.

Ligamentum falciforme

Das zweitgrößte Band der Leber ist das Lig. falciforme. Dieses sichelförmige Band (daher auch der Name) verläuft von kranial nach kaudal entlang der vorderen Fläche der Leber. Oben ist es an der vorderen Bauchwand direkt rechts neben der Medianebene und an der unteren Fläche des Zwerchfells befestigt. Unten setzt es an der oberen Fläche der Leber zwischen dem linken und rechten Lappen an.

Wie die anderen Bänder der Leber hat auch das Lig. falciforme zwei Schichten. Das linke Blatt verläuft nach lateral und vereint sich rechts mit dem Lig. coronarium. Das rechte Blatt vereinigt sich medial mit dem linken Lig. triangulare. Die untere Grenze des Bandes setzt nicht an der Leber an, sondern geht in das Lig. teres hepatis ein.

Ligamentum teres hepatis

Während der Embryonalentwicklung befördert die linke V. umbilicalis das Blut in die linke Pfortader. Allerdings degeneriert die Vene etwa zwei Monate nach der Geburt und bildet das Lig. teres hepatis (rundes Leberband). Dieses verläuft weiter in der unteren Grenze des Lig. falciforme in Richtung der Fissur des Lig. venosum auf der unteren Fläche der Leber.

Ligamentum venosum

Während der Schwangerschaft hat der Ductus venosus die Aufgabe, das Blut von der linken Pfortader zur linken V. hepatica zu leiten und bildet damit eine Art Umgehung zum Leberkreislauf. In der ersten Woche nach der Geburt degeneriert er und bildet das Lig. venosum. Dieser schmale fibröse Strang beginnt am linken Ast der Pfortader und verläuft nach oben zur V. cava inferior.

Ligamentum hepatogastricum und Ligamentum hepatoduodenale

Das Omentum minus erstreckt sich vom distalen Abschnitt der Speiseröhre, entlang der kleinen Kurvatur des Magens bis hin zum proximalen Teil der Pars superior des Duodenums. Es setzt an der Unterseite der Leber, neben der Fissur des Lig. venosum und der Pfortader, an.

Das Omentum minus wird in das größere Lig. hepatogastricum und das schmalere, aber dickere Lig. hepatoduodenale unterteilt. 

Die zwei Schichten des Lig. hepatogastricum verlaufen gemeinsam mit dem hinteren Blatt des linken Lig. triangulare und dem rechten Lig. coronarium. Etwas später umschließt es die V. cava inferior. 

Das Lig. hepatoduodenale umgibt die Bestandteile der Leberpforte (V. portalis, Gallengang und A. hepatica). Der hepatoduodenale Teil des Omentum minus bildet die vordere Grenze des Foramen omentale (Foramen epiploicum Winslowii).

Treitz-Band

Die Struktur, die den Übergang vom Duodenum zum Jejunum markiert, wird oft als Treitz-Band bezeichnet. Es entspringt von dem muskulären Bändern des rechten Schenkels des Zwerchfells. Daher ist die Bezeichnung Musculus suspensorium duodeni passender.

Der Muskel besteht aus glatten Muskelfasern der Pars horizontalis und ascendens des Duodenums sowie aus Skelettmuskulatur, die vom Zwerchfell stammt. Er verläuft um die Speiseröhre in Richtung des Truncus coeliacus und den Aa. mesentericae superiores, bevor er in die Flexura duodenojejunalis inseriert. Eine Kontraktion des Muskels führt zu einer Ausdehnung der Flexur, was die Darmbeweglichkeit unterstützt.

Ligamentum gastrocolicum

Wie das Omentum minus geht auch das Omentum majus vom Magen aus, entspringt aber an der großen Kurvatur. Es ist eine fettgewebsreiche Duplikatur des Bauchfells, wobei das hintere Blatt wiederholt entlang des Colon transversus inseriert. Der Teil des Omentum majus, der am Mesocolon transversus inseriert, wird als Ligamentum gastrocolicum oder Omentum gastrocolicum bezeichnet. Er bildet die vordere Grenze der Bursa omentalis.

Ligamentum gastrosplenicum (gastrolienale)

Ein anderer Abschnitt des Omentum majus geht auch von der großen Magenkurvatur aus und setzt an der Milz an. Dieser wird als Lig. gastrosplenicum oder gastrolienale bezeichnet. Seine zwei Schichten teilen sich am Milzhilus und umgeben das Organ. Anschließend vereinen sie sich wieder und bilden das Lig. lienorenale, das die Milz an der linken Niere befestigt. Daneben verbindet eine weitere Bandstruktur, die linke Kolonflexur, die Milz mit dem Zwerchfell.

Nun hast du eine gute Übersicht über die Bänder innerhalb des Abdomens erhalten. Wenn du mehr über die Anatomie des Abdomens erfahren möchtest, schau dir doch das nachfolgende Lernmaterial an!

Klinische Aspekte

Hepatische Lobektomien

Bei Operationen zur Entfernung eines Leberlappens, werden das rechte Lig. coronarium und die Ligg. triangulare getrennt, um den rechten Leberlappen zu mobilisieren. Dieses Vorgehen ist auch entscheidend, um Zugang zum retrohepatischen Abschnitt der V. cava inferior zu erhalten.

Das linke Lig. triangulare ist bei rechtsseitigen hepatischen Lobektomien besonders wichtig. Misslingt es, dieses Band nach einer solchen Lobektomie zu reparieren, wird der linke Leberlappen instabil. Dadurch können die Vv. hepaticae abknicken und eine Beeinträchtigung der Leberfunktion ist die Folge.

Ligamentum-falciforme-Zeichen

In der Radiologie ist das grundlegende Prinzip der Bildkontrast. In radiologischen Aufnahmen erscheint Luft schwarz und Strukturen, die aus Gewebe, Knochen oder Metall bestehen, werden grau bis weiß abgebildet. Es gibt Fälle (Ruptur von Divertikeln, iatrogenes Trauma des Darmes), bei denen Luft unphysiologischerweise in den Bauchraum gelangt. Das wird als Pneumoperitoneum bezeichnet. 

Wenn sich eine bestimmte Menge Luft im Bauchraum gesammelt hat, kann das Ligamentum-falciforme-Zeichen beobachtet werden. Begleitend dazu ist das Rigler-Zeichen wahrscheinlich, bei dem Luft sowohl auf der luminalen als auch der peritonealen Seite des Darmes sichtbar ist.

Durchgängigkeit des Ligamentum teres hepatis

Manchmal bleibt die Degeneration der V. umbilicalis aus und das daraus entstehende Lig. teres hepatis bleibt hohl. Diese Durchgängigkeit kann sich verstärken, wenn Grunderkrankungen vorliegen, die eine portale Hypertension hervorrufen (z.B. rechtsventrikuläres Versagen). Auch kann sie innerhalb von Operationen problematisch sein, bei denen das Ligament geteilt wird, um mehr Einsicht zu erhalten (bei abdominellen Eingriffen) oder die Leber zu mobilisieren (Leberoperationen).

Chirurgische Landmarken

Das Lig. venosum fungiert als wichtiger Kennpunkt, um die V. hepatica sinistra während Präparationen intraoperativ zu kontrollieren.

Auch das Treitz-Band hat während Operationen seinen Nutzen als Markierung. Zum einen teilt es den Gastrointestinaltrakt in einen oberen und unteren Abschnitt, zum anderen dient es als Orientierung, um eine mögliche Malrotation zu untersuchen. Letztere wurde in der Pädiatrie bei wiederkehrendem Erbrechen ohne andere erkennbare Ursachen beobachtet. 

Das Treitz-Band wird außerdem während der Whipple-Operation erhalten, die durchgeführt wird, um bei Krebspatienten (Bauchspeicheldrüsenkopfkrebs) den Gallengang zu entlasten und gastroenteritische Obstruktionen zu mindern. Weiterhin wird es während jejunogastrischen Anastomosen genutzt

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Quellen anzeigen

Text, Übersetzung, Review & Layout:

  • Lorenzo Crumbie
  • Nicole Gonzalez
  • Claudia Bednarek
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