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Truncus sympathicus

Der Truncus sympathicus (Grenzstrang) ist Teil des Sympathikus, der gemeinsam mit dem Parasympathikus das vegetative Nervensystem bildet. 

Der Grenzstrang besteht aus 20 bis 25 paarigen, miteinander verbundenen Ganglien. Diese werden lageabhängig als Ganglia cervicalia, Ganglia thoracica, Ganglia lumbalia oder Ganglia sacralia bezeichnet.

In den Ganglien findet die synaptische Umschaltung vom ersten, präganglionären auf das zweite, postganglionäre sympathische Neuron statt.

Kurzfakten
Vegetatives Nervensystem

- Zielstrukturen: innere Organe, Drüse, Hirnstrukturen

- Funktion: Regulation und Modulation verschiedener Prozesse bzw. Systeme (z.B. Atmung, Kreislauf, Körpertemperatur) >> Homöostase, Anpassung der Organfunktionen

- Bestandteile: Sympathikus, Parasympathikus

Aufbau des Truncus

- jeweils 20-25 Ganglien beidseits entlang der Wirbelsäule, von der Schädelbasis bis Os coccygis

- Gruppen: Ganglia cervicalia, Ganglia thoracica, Ganglia lumbalia, Ganglia sacralia, 1 Ganglion impar

Verlauf der sympathischen Fasern

- Präganglionäre Fasern verlassen Rückenmark > Abspaltung als Ramus communicans albus vom Spinalnerven > Ziel: Ganglien des Truncus sympathicus > Umschaltung auf postganglionäres Neuron oder ohne Umschaltung weiter zu prävertebralen Ganglien

- Ganglien > prä-oder postganglionäre sympathische Neurone über Ramus communicans griseus zurück zum Spinalnerv > Erfolgsorgane ODER Ganglien > sympathische Fasern > Nebennierenmark, Plexus, prävertebrale sympathische Ganglien

Funktion Umschaltung vom ersten präganglionären auf das zweite postganglionäre sympathische Neuron.

Vegetatives Nervensystem

Die Zielstrukturen des vegetativen Nervensystems sind innere Organe und Drüsen sowie verschiedene Hirnstrukturen. Es reguliert und moduliert Prozesse wie Atmung, Kreislauf, Verdauung, Körpertemperatur, Wasserhaushalt und in Teilen die Sexualfunktionen. Es trägt damit zur Aufrechterhaltung eines inneren Gleichgewichts (Homöostase) des Organismus bei und sorgt für eine stetige Anpassung der Organfunktionen an unterschiedliche Umgebungseinflüsse.  

Der Sympathikus vermittelt Informationen, die den Körper in Alarmbereitschaft versetzen und Kampf- bzw. Fluchtreaktionen ermöglichen (“fight and flight”), der Parasympathikus ermöglicht Ruhe und Verdauung (“rest and digest”).

Aufbau

Der paarige Truncus sympathicus verläuft links und rechts entlang der Wirbelsäule und erstreckt sich von der Schädelbasis bis zum Os coccygis. Er besteht jeweils aus 20-25 vertikal angeordneten Ganglien, die je nach Lage gruppiert werden. 

Unterschieden werden von kranial nach kaudal:

  • 3 Ganglia cervicalia
  • 10-13 Ganglia thoracica
  • 4 Ganglia lumbalia
  • 4 Ganglia sacralia 
  • 1 Ganglion impar, das median zwischen den beiden Trunci sympathici liegt und durch Verschmelzung beider Seiten entstanden ist.
Weitere Unterteilung der Ganglia cervicalia
Ganglion cervicale superius Höhe HWK 2-3
Ganglion cervicale medium
Ganglion cervicale inferius

HWK 7

Oftmals mit dem angrenzenden Ganglion thoracicum verschmolzen, weitere Bezeichnungen: Ganglion stellatum, Ganglion cervicothoracium

Verlauf der sympathischen Fasern

Nach dem Verlassen des Rückenmarks ziehen die präganglionären Fasern zunächst zusammen mit dem jeweiligen segmentalen Spinalnerven und spalten sich dann als Ramus communicans albus vom Spinalnerven ab, um zu den Ganglien des Truncus sympathicus zu ziehen. 

In den Ganglien, die Signale aus den Rückenmarkssegmenten C8-Th4 und Th12-L3 erhalten, erfolgt oftmals eine Umschaltung auf ein postganglionäres Neuron

Präganglionäre sympathische Fasern aus den Spinalnervensegmenten Th 5-12 durchlaufen die Ganglien hingegen ohne Umschaltung und werden erst später in den prävertebralen Ganglien (Ganglion coeliacum, Ganglion mesentericum superius et inferius) oder den vegetativen Plexus zu den einzelnen Organen umgeschaltet.

Von den Ganglien aus ziehen prä- oder postganglionäre sympathische Neurone dann über den Ramus communicans griseus zurück zum jeweiligen Spinalnerven, mit dem sie dann gemeinsam zu ihren Erfolgsorganen wie Blutgefäßen, Hautdrüsen und den Musculi arrectores pilorum verlaufen.

Alternativ können die sympathischen Fasern das Ganglion auch direkt, also nicht über den Ramus communicans griseus, verlassen und unabhängig von den Spinalnerven zum Nebennierenmark ziehen oder sie bilden separate sympathische Nerven, die zu den verschiedenen Plexus (Plexus caroticus, vertebralis, subclavius, aorticus thoracicus, pulmonalis, cardiacus, aorticus abdominalis, coeliacus, hypogastricus superior und inferior) und prävertebralen sympathischen Ganglien (Ggl. coeliacum, aorticorenale, mesentericum superius und inferius) ziehen. 

Direkte aus den Ganglien des Truncus sympathicus stammende Äste
Ggl. cervicale superior Nn. caroticus inernus und externus, N. jugularis, Rr. laryngopharyngei, N. cardiacus cervicalis superior
Ggl. cervicale medium Rr. thyroidei, N. cardiacus cervicalis mediaus, Äste zum Plexus pulmonalis
Ggl. cervicale  inferius Äste zum Plexus pulmonalis, N. vertebralis, N. cardiacus cervicalis inferior,  Äste zum Plexus um den Ösophagus, Äste zum Plexus um die Aorta thoracica, Äste zum Plexus um die Trachea
Ggl. thoracici Nn. cardiaci thoracici, N. splanchnicus major (Ggl. thoracici 5-9) , N. splachnicus minor (Ggl. thoracici 10-11), zusammen oft auch als Nn. splanchnici thoracici bezeichnet
Ggl. lumbales Nn. splanchnici lumbales
Ggl. sacrales Nn. splanchnici sacrales

Funktion

Die Funktion des Truncus sympathicus besteht in der Umschaltung vom ersten, präganglionären sympathischen Neuron auf ein zweites, postganglionäres Neuron.

Das Nervensystem ist ein äußerst umfangreiches Thema und gar nicht so leicht zu verstehen. Am besten erarbeitest du dir alles Stück für Stück. Mit den nachfolgenden Lerneinheiten kannst du dein Wissen zum vegetativen Nervensystem, zu dem der Truncus sympathicus gehört, und zu den Ganglien wiederholen und vertiefen.

Klinik

Im Rahmen von neuropathischen Schmerzzuständen im Gesichts- und Kopfbereich wie Trigeminusneuralgien, atypischem Gesichtsschmerz oder Post-Zoster-Neuralgien kann eine Analgesie über Injektion von Opioiden in das Ganglion cervicale superius erreicht werden. Sie erfolgt über einen transoralen Zugang retrotonsillar durch die dorsolaterale Pharynxwand.

Eine schwerwiegende Komplikation dieser Methode ist die Verletzung der A. carotis interna. Um dies zu vermeiden, erfolgt die Injektion des Analgetikums oft distal des Ganglions, wodurch die analgetische Wirkung allerdings vermindert wird. Ultraschall-gestützte Verfahren werden erprobt, um eine präzisere Injektion und eine erhöhte Wirksamkeit des Schmerzmittels zu gewährleisten.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • Aumüller, G., Aust, A., Engele, J., et al. (2014). Duale Reihe – Anatomie (3. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag, S. 214 ff., 636, 637, 873 ff.
  • Drenckhahn, D., Waschke, J. (2014). Taschenbuch Anatomie (2. Auflage). München: Urban & Fischer Verlag, S. 466 ff.
  • Siegenthaler, A. Haug, M., Eichenberger, U., et al. (2013). Block of the Superior Cervical Ganglion, Description of a Novel Ultrasound-Guided Technique in Human Cadavers. Pain Medicine, 14(5), 646–649, https://doi.org/10.1111/pme.12061
  • Trepel, M. (2017). Neuroanatomie (7. Auflage). München: Elsevier (Urban & Fischer), S.291 ff.
  • Kipp, M., Radlanski, K. (2017). Neuroanatomie Nachschlagen Lernen Verstehen (1. Auflage). Berlin: KVM Der Medizinverlag, S.134 ff.

Text, Review & Layout:

  • Katrin Repkow
  • Andreas Rheinländer
  • Nicole Gonzalez

Illustration:

  • Truncus sympathicus innerhalb des vegetativen Nervensystems - Ansicht von anterior - Paul Kim
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