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Arteria choroidea anterior

Die Arteria choroidea anterior (vordere Aderhautarterie) ist ein kleiner Abgang der A. carotis interna.

Sie versorgt mit ihren zahlreichen Ästen viele Areale innerhalb des Groß-, Mittel- und Zwischenhirns.

Arteria choroidea anterior / vordere Aderhautarterie - kaudal

Verlauf

Arteria communicans posterior / hintere Verbindungsarterie - kaudal

Der Ursprung der A. choroidea anterior aus der A. carotis interna liegt direkt über dem Abgang der A. communicans posterior. Als seltene anatomische Variation kann sie alternativ auch aus der A. cerebri media oder A. communicans posterior entspringen.

Nach ihrem Ursprung zieht sie zunächst gemeinsam mit dem Tractus opticus (Sehbahn) nach posterior bis zum Plexus choroideus des 3. Hirnventrikels und der Seitenventrikel. Der Plexus choroideus ist verantwortlich für die Produktion der Hirnflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis). Anschließend wandert sie bis zum Foramen interventriculare, einer kleinen Öffnung, die den 3. Hirnventrikel mit dem Seitenventrikel verbindet.

Die A. choroidea anterior ist lang und schmal, ihr Durchmesser beträgt nur etwa 1 mm. Trotzdem erfüllt sie eine wichtige Funktion, da sie viele Strukturen des Gehirn versorgt. Die Gesamtgröße des Versorgungsgebiets der A. choroidea anterior variiert und ist davon abhängig, wie viele Anastomosen sie mit anderen intrazerebralen Arterien bildet.

Äste

In ihrem Verlauf teilt sich die A. choroidea anterior in zahlreiche sehr kleine Äste auf, die teilweise so fein sind, dass sie mit üblichen Methoden der Bildgebung wie der Angiographie nicht darzustellen sind. Die tiefen Äste ziehen unter anderem zur Capsula interna, dem Pallidum und dem Thalamus. Die oberflächlichen Äste hingegen versorgen den Tractus opticus und den Temporallappen, bevor sie in die Tiefe zum Plexus choroideus ziehen:

  • Rr. tractus optici - versorgen den Tractus opticus, dessen Ende auf Höhe der Capsula interna liegt.
  • Rr. chiasmatici - für die Versorgung der Sehnervenkreuzung (Chiasma opticum)
  • Rr. hippocampi - ziehen zum medialen Teil des Temporallappens und damit zum Hippocampus mit dem Gyrus dentatus.
  • Rr. uncales - können auch aus der A. carotis interna entstammen und sind für die Versorgung des Uncus, einem Teil des Hippocampus, zuständig.
  • Rr. corporis amygdaloidei - werden an den Mandelkern (Corpus amygdaloideum) entsendet, welcher sich ebenfalls im Temporallappen des Großhirns befindet.
  • Rr. choroidei ventriculi laterales und tertii - ziehen zu den Seitenventrikeln bzw. zum Plexus im dritten Ventrikel (inkonstant).
  • Rr. substantiae perforatae anterioris - gehören zu den tiefen Ästen und versorgen die Capsula interna.
  • Rr. cruris posterioris capsulae internae - sind ebenfalls für die Versorgung der Capsula interna zuständig. Sie ziehen zur hinteren Hälfte des Crus posterius (hinterer Schenkel).
  • Rr. genus capsulae internae -  speisen das Knie (Genus) der Capsula interna, welches zwischen den beiden Schenkeln liegt.
  • Rr. partis retrolentiformis capsulae internae - versorgen die hinteren Abschnitte der Capsula interna.
  • Rr. globi pallidi - gelangen durch das basale Vorderhirn (Substantia perforata anterior) zu den Basalganglien im Großhirn.
  • Rr. caudae nuclei caudati - treten von kaudal an den Ncl. caudatus heran, welcher ebenfalls zu den Basalganglien gehört.
  • Rr. tuberis cinerei und Rr. nucleorum hypothalami - versorgen den grauen Höcker (Tuber cinereum) bzw. den Hypothalamus (inkonstant). 
  • Rr. nucleorum thalami - finden sich am ventrolateralen Teil des Thalamus. Allerdings ist die Beteiligung der A. choroidea anterior an der Versorgung des Thalamus nicht eindeutig geklärt.
  • Rr. corporis geniculati lateralis - speisen das Corpus geniculatum laterale im Zwischenhirn.
  • Rr. cruris cerebri - ziehen zu den im Mittelhirn befindlichen Großhirnschenkel (Crura cerebri). 
  • Rr. substantiae nigrae - wandern durch die Großhirnschenkel zur Substantia nigra zum Mittelhirn.
  • Rr. nuclei rubri - läuft ebenfalls durch die Crura cerebri zum Ncl. ruber.

Klinik

Durchflussstörungen der A. choroidea anterior werden durch atherothrombotische Prozesse oder Embolien in den Zubringern verursacht und im als sogenanntes Arteria-choroidea-anterior-Syndrom zusammengefasst. Der Verdacht auf dieses eher seltene Syndrom wird durch einen computertomographischen schlecht abgebildeten medialen Temporallappen bestätigt.

Die klinischen Befunde des Syndroms sind sehr variabel. Es kommt je nach betroffenem Gebiet zu homonymer Hemianopsie (halbseitiger Gesichtsfeldausfall), kontralateraler Hemiparese (Lähmung der Gegenseite) und Hemihypästhesie (Empfindungsstörung der Gegenseite) sowie ggf. auch zu extrapyramidale Störungen.

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Quellen anzeigen

Autor: Sophie Eckert

Review: Marie Hohensee

Illustratoren:

  • Paul Kim: Arteria choroidea anterior / vordere Aderhautarterie - kaudal
  • Paul Kim: Arteria communicans posterior / hintere Verbindungsarterie - kaudal

Quellen:

  • W. Dauber: Feneis' Bild-Lexikon der Anatomie, 9. Auflage, Thieme (2005), S. 242
  • G. de Freitas, D. de Christoph, J. Bogousslavsky: Topographic classification of ischemic stroke. Handbook of Clinical Neurology, Elsevier (2008), S. 429-431
  • P. Teal: Cardinal Clinical Features of Ischemic Cerebrovascular Disease in Relation to Vascular Territories, Office Practice of Neurology, 2. Ausgabe, Elsevier (2003), S. 370
  • P. Rea: Blood Supply of the Brain and Clinical Issues, Essential Clinical Anatomy of the Nervous System, Elsevier (2015) S. 101 
  • G. Herold: Innere Medizin (2015), S. 811-812
  • E.B. Ringelstein, D.G. Nabavi: Der ischämische Schlaganfall. Eine praxisorientierte Darstellung von Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie, Verlag W. Kohlhammer (2007), S. 73-74
  • H.-W. Delank, W. Gehlen: Neurologie, 2. Auflage, Thieme (2010)
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