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Glandula sublingualis (Unterzungenspeicheldrüse)

Inhalt

Einleitung

Die Unterzungenspeicheldrüse ist die kleinste der großen Speicheldrüsen und setzt sich häufig aus 20 oder mehr Einzeldrüsen zusammen. Sie ist eine gemischt mukoseröse Drüse, ihr Sekret fließt über mehrere Ausführungsgänge in die Mundhöhle.

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Aufbau

Die Glandula sublingualis besteht aus einem vorderen und einem hinteren Teil. Der hintere Abschnitt ist nicht selten in mehrere einzelne Drüsen aufgeteilt, die als Glandulae sublinguales minores bezeichnet werden. Diese besitzen jeweils einen eigenen Ausführungsgang (Ductus sublinguales minores). Im Gegensatz zu den anderen beiden großen Speicheldrüsen ist die Unterzungenspeicheldrüse nicht vollständig, sondern meistens nur teilweise (vorderer Teil) von einer Kapsel umgeben.

Topographie

Die Glandula sublingualis liegt oberhalb des M. mylohyoideus im oberen Teil der Regio sublingualis in der eigentlichen Mundhöhle (Cavum oris proprium). Medial befinden sich der M. genioglossus und der M. geniohyoideus sowie der Ductus submandibularis. Oberhalb der Drüse verläuft der N. lingualis mit dem Ganglion submandibulare, lateral liegt sie der Mandibula an. Da sie sich direkt unter der Schleimhaut befindet, wölbt sich der vordere Teil bei hochgehobener Zunge sichtbar als Plica sublingualis hervor. Der große Ductus lingualis major des vorderen Drüsenabschnittes mündet mit dem Ductus submandibularis neben dem Frenulum linguae an der Caruncula sublingualis, die kleinen Ductus sublinguales minores münden daneben in einer Reihe auf der Plica sublingualis.

Versorgung

Das arterielle Blut stammt wie auch bei der Gl. submandibularis aus der A. facialis und der A. submentalis, der venöse Abfluss erfolgt ebenso über die V. lingualis oder die V. submentalis bzw. direkt in die V. jugularis interna. Die Lymphe wird über die Nodi lymphoidei submentales et submandibulares abgeleitet.

Innervation

Die parasympathische sekretorische Innervation der Unterzungenspeicheldrüse kommt aus präganglionären Fasern aus dem Nucleus salivatorius superior. Sie ziehen mit dem N. intermedius nervi facialis zur Chorda tympani und von dort über den N. lingualis zum Ganglion submandibulare, wo die Umschaltung auf postganglionäre parasympathische Fasern erfolgt. Diese verlaufen mit dem N. lingualis zur Drüse. Die sympathischen Fasern stammen aus dem Ganglion cervicale superius und gelangen über den Plexus caroticus externus zur Drüse.

Histologie

Als gemischte Drüse besitzt die Gl. sublingualis sowohl seröse als auch muköse Endstücke. Anders als bei der Gl. submandibularis überwiegen hier allerdings die mukösen Anteile. Die serösen Endstücke liegen überwiegend in Form von serösen Halbmonden vor, die den mukösen Tubuli aufgelagert sind (von-Ebner-Halbmonde). Aufgrund des geringen serösen Anteils finden sich weniger stark differenzierte Ausführungsgänge und kaum Schalt- und Streifenstücke. Wie alle großen Speicheldrüsen wird die Unterzungenspeicheldrüse von bindegewebigen Septen durchzogen, in denen Gefäße und Nerven liegen, außerdem besitzt sie ebenfalls Myoepithelzellen.

Embryologie

Die Anlage der Unterzungenspeicheldrüse erfolgt etwas später als die der beiden anderen großen Speicheldrüsen. Sie entsteht aus mehreren epithelialen Knospen des Mundbodenepithels im Bereich der Plica sublingualis, die sich nach dem selben Prinzip zu Zellsträngen entwickeln, Endstücke und Lumina ausbilden und vom umgebenden Mesenchym eingebettet werden.

Funktion

Das Sekret der Gl. sublingualis ist gemischt mit einem größeren mukösen Schleimanteil, das heißt das Sekret enthält viele Muzine. Daher stellt diese Drüse zusammen mit den kleinen Speicheldrüsen vor allem die Gleitfähigkeit der Nahrung sicher, beteiligt sich jedoch auch an allen anderen Funktionen der Speicheldrüsen. Allerdings ist ihr Anteil an der Gesamtspeichelproduktion eher gering (etwa 5%).

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Quellen anzeigen
  • K. J. Moll, M. Moll: Anatomie, 18. Auflage, Urban & Fischer (2006), S. 336-337
  • M. Reiß: Facharztwissen HNO-Heilkunde, Springer (2009), S. 520-521
  • R. Probst, G. Grevers, H. Iro: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, 3. Auflage, Thieme (2008), S. 124
  • T. H. Schiebler, H.-W. Korf: Anatomie, 10. Auflage, Steinkopff Verlag (2007), S. 625-626
  • U. Bommers-Ebert, P. Teubner, R. Voß: Kurzlehrbuch Anatomie und Embryologie, 3. Auflage, Thieme (2011), S. 115-116

Autor: Jonathan Pohl

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