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Speicheldrüsen (Glandulae salivariae)

Inhalt

Einleitung

Speicheldrüsen (Glandulae salivariae) sind exokrine Drüsen, die Speichel (Saliva) in die Mundhöhle abgeben. Sie besitzen ein baumartig verzweigtes Ausführungsgangsystem und ekkrin sezernierende Drüsenendstücke. Letztere sind in einzelne Läppchen (Lobuli) gegliedert. Man unterscheidet drei paarig angelegte, große (Gl. parotidea, Gl. submandibularis, Gl. sublingualis) sowie zahlreiche kleinere Speicheldrüsen. Zusammen sezernieren sie etwa 1-1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag.

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Funktion

Große und kleine Speicheldrüsen dienen der Sekretion von Speichel, welcher vor allem aus Wasser besteht und unter anderem Proteine enthält. Der von den Drüsenendstücken gebildete Primärspeichel enthält noch viele Elektrolyte und ist isoton. Gelangt er über Schaltstücke zu den Streifenstücken, so wird er durch Reabsorption von Natrium und Chlorid verdünnt und außerdem leicht alkalisiert. Dieser Sekundärspeichel ist hypoton und wird in die Mundhöhle abgegeben. Er dient hauptsächlich der Befeuchtung der Mundschleimhaut und verbessert die Gleitfähigkeit der Nahrung. Er löst Geschmacksstoffe, verdaut erste Nahrungsbestandteile und hat eine desinfizierende bzw. reinigende Funktion in der Mundhöhle.

Große Speicheldrüsen

Glandula parotidea

Überblick über die Speicheldrüsen (Glandulae salivariae)Die Glandula parotidea (Ohrspeicheldrüse), auch Parotis genannt, ist mit 20-30 g die größte Mundspeicheldrüse des Menschen. Sie liegt zum größten Teil in einer Grube dorsal des Unterkieferasts, der Fossa retromandibularis. Dort wird sie von einer derben Bindegewebskapsel umhüllt (Fascia parotidea), mit dessen oberflächlichem Blatt sie fest verwachsen ist. Kranial befindet sich der äußere Gehörgang (Meatus acusticus externus), dorsal der M. sternocleidomastoideus und ventromedial der M. masseter. Der Ausführungsgang (Ductus parotideus) zieht über den M. masseter und durch den M. buccinator. Die sezernierte Flüssigkeit der Gl. parotidea ist rein serös.

Glandula submandibularis

Die Glandula submandibularis (Unterkieferspeicheldrüse) liegt im Trigonum submandibulare zwischen den beiden Köpfen des M. digastricus auf dem M. mylohyoideus. Sie wird durch das Lig. stylomandibulare von der Gl. parotidea getrennt. Ihr Ausführungsgang, der Ductus submandibularis, mündet gut sichtbar neben dem Zungenbändchen (Frenulum linguae) auf der Caruncula sublingualis. Die Gl. submandibularis wiegt 10-15 g und ist seromukös.

Glandula sublingualis

Die Glandula sublingualis (Unterzungenspeicheldrüse) ist die kleinste der großen Speicheldrüsen und besteht aus bis zu 12 einzelnen Drüsen. Sie liegt oberhalb des M. mylohyoideus in der Regio sublingualis. Da sie sich direkt unter der Schleimhaut befindet, wirft sie bei erhobener Zunge eine hervorgewölbte Falte auf (Plica sublingualis). Neben dem großen Ausführungsgang, dem Ductus sublingualis major, der ebenfalls an der Caruncula sublingualis mündet, besitzt die Drüse zahlreiche kleine Ausführungsgänge (Ductus sublinguales minores). Die Gl. sublingualis wiegt etwa 5 g und gibt eine gemischt mukoseröse Flüssigkeit ab.

Kleine Speicheldrüsen

Die bis zu 1000 kleinen Speicheldrüsen liegen in der Lamina propria der Schleimhaut. Sie sind über fast die gesamte Mundhöhle verteilt und werden je nach Lokalisation unterschiedlich bezeichnet:

  • Glandulae buccales (Wangendrüsen): seromuköse Drüsen in der Wangenschleimhaut
  • Glandulae linguales (Zungendrüsen): seröse bis seromuköse Drüsen in der Zungenschleimhaut; wirken als Spüldrüsen für die Zungenpapillen.
  • Glandulae labiales (Lippendrüsen): seromuköse Drüsen in der Lippenschleimhaut
  • Glandulae palatinae (Gaumendrüsen): hauptsächlich muköse Drüsen in der Gaumenschleimhaut
  • Glandulae pharyngeae (Rachendrüsen): schwach ausgebildete muköse Drüsen in der Rachenschleimhaut

Die kleinen Speicheldrüsen produzieren vor allem Schleim und Amylase. Sie sezernieren nur etwa 5 bis maximal 10% des Speichels, reichen im Notfall aber aus um die Mundhöhle allein zu befeuchten.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • K. J. Moll, M. Moll: Anatomie, 18. Auflage, Urban & Fischer (2006), S. 334-337
  • M. Schünke, E. Schulte, U. Schumacher et al.: Prometheus Lernatlas der Anatomie – Kopf, Hals und Neuroanatomie, 2. Auflage, Thieme (2007), S. 190-191
  • R. Lüllmann-Rauch: Taschenlehrbuch Histologie, 4. Auflage, Thieme (2012), S. 369-370
  • T. H. Schiebler, H.-W. Korf: Anatomie, 10. Auflage, Steinkopff Verlag (2007), S. 623
  • U. Bommers-Ebert, P. Teubner, R. Voß: Kurzlehrbuch Anatomie und Embryologie, 3. Auflage, Thieme (2011), S. 114-116

Autor: Jonathan Pohl

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