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Os nasale (Nasenbein)

Das Os nasale (Nasenbein) ist ein paariger Knochen des Gesichts, der den Nasenrücken bildet. Er liegt zwischen Maxilla und Os frontale.

Anatomie

Os nasale (ventrale Ansicht)

Der Knochen ist ein kleiner, symmetrischer Knochen des Viscerocraniums. Seine oberen Ränder und Hauptteile bilden den Nasenrücken, während die unteren Ränder mit dem nasalen Knorpelgewebe verbunden sind und den oberen Rand der Nasenöffnung bilden. An der Innenseite zeigt sich eine kleine Rinne (Sulcus ethmoidalis), in der der Ramus nasalis externus des Nervus ethmoidalis anterior verläuft. In Begleitung von Zweigen der Arteria und Vena ophthalmica verlaufen seine Äste häufig weiter durch Foramina nasalia des Knochens, die Öffnungen sind jedoch nicht immer vorhanden.

Begrenzungen

Die Ossa nasalia liegen zwischen den Stirnfortsätzen des Oberkiefers (Processus frontales maxillae) und dem Os frontale. Jeder Knochen artikuliert jeweils mit vier benachbarten Knochen:

Os nasale (Sagittalschnitt)

  • medial: das gegenüberliegende Os nasale (→ Sutura internasalis)
  • superior: Pars nasalis des Os frontale (→ Sutura nasofrontalis)
  • lateral: Processus frontalis der Maxilla (→ Sutura nasomaxillaris)
  • dorsal: Lamina perpendicularis des Os sphenoidale, Os ethmoidale (→ Sutura nasoethmoidale)

Darüber hinaus befindet sich hinter den Os nasalia der knorpelige Anteil der Nasenscheidewand (Cartilago septi nasi). Inferior sind sie mit dem Lateralknorpel (Cartilago nasi lateralis) verbunden.

Ossifikation

Die Ossa nasalia ossifizieren desmal über die knorpelige Nasenkapsel. Die Verknöcherung beginnt ab der 8. Fetalwoche und schließt bereits vor der Geburt ab. Eine Hypoplasie oder ein Fehlen der Nasenknochen kommen häufig beim Down-Syndrom (Trisomie 21) und anderen Chromosomanomalien vor. Aus diesem Grund ist das Finden der Nasenspitze bei der Ultraschalluntersuchung Teil des pränatalen Screenings in vielen Ländern.

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Klinik

Die Nase ist extrem anfällig für Frakturen, z.B. in Folge von Sportverletzungen, Verkehrsunfällen und Faustkämpfen. Ein typisches Beispiel ist die Le-Fort-II-Fraktur: diese hat eine pyramidenartige Form und verläuft superior vom Nasenrücken bis inferior zu den Platten des Processus pterygoidei des Os sphenoidale (Lamina medialis und lateralis). Lateral verläuft die Frakturlinie durch den hinteren Orbitaboden und die Vorderwand des Sinus maxillaris. Innerhalb der Orbita verläuft sie am Foramen infraorbitale, wo der Nervus infraorbitalis und die dazugehörigen Blutgefäße durchziehen. Da für eine Le-Fort-Fraktur eine große Krafteinwirkung notwendig ist, sollten betroffene Patienten stets auf andere Verletzungen untersucht werden. So haben z.B. bis zu 50% eine offene Fraktur mit austretendem Liquor cerebrospinalis.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • N. S. Norton, F. H. Netter: Netter’s Head and Neck Anatomy for Dentistry, 2. Auflage, Elsevier Saunders (2011), S. 36, 55, 62
  • N. F. Sharpe, R. F. Carter: Genetic Testing - Care, Consent and Liability, John Wiley & Sons (2006), S. 188
  • B. Dolan, L. Holt: Accident & Emergency, 3. Auflage, Elsevier (2013), S. 157
  • T. Liem: Kraniosakrale Osteopathie, 6. Auflage, Karl F. Haug Verlag (2013), S.161-162

Autor:

  • Dr. Alexandra Sieroslawska

Illustratoren: 

  • Os nasale - ventrale Ansicht - Yousun Koh 
  • Os nasale - Sagittalschnitt - Yousun Koh 
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