Os nasale (Nasenbein)
Zuletzt geprüft: 11. Dezember 2019
Das Os nasale (Nasenbein) ist ein paariger Knochen des Gesichts, der den Nasenrücken bildet. Er liegt zwischen Maxilla und Os frontale.
Anatomie
Os nasale (ventrale Ansicht)
Begrenzungen
Die Ossa nasalia liegen zwischen den Stirnfortsätzen des Oberkiefers (Processus frontales maxillae) und dem Os frontale. Jeder Knochen artikuliert jeweils mit vier benachbarten Knochen:
Os nasale (Sagittalschnitt)
- medial: das gegenüberliegende Os nasale (→ Sutura internasalis)
- superior: Pars nasalis des Os frontale (→ Sutura nasofrontalis)
- lateral: Processus frontalis der Maxilla (→ Sutura nasomaxillaris)
- dorsal: Lamina perpendicularis des Os sphenoidale, Os ethmoidale (→ Sutura nasoethmoidale)
Darüber hinaus befindet sich hinter den Os nasalia der knorpelige Anteil der Nasenscheidewand (Cartilago septi nasi). Inferior sind sie mit dem Lateralknorpel (Cartilago nasi lateralis) verbunden.
Ossifikation
Die Ossa nasalia ossifizieren desmal über die knorpelige Nasenkapsel. Die Verknöcherung beginnt ab der 8. Fetalwoche und schließt bereits vor der Geburt ab. Eine Hypoplasie oder ein Fehlen der Nasenknochen kommen häufig beim Down-Syndrom (Trisomie 21) und anderen Chromosomanomalien vor. Aus diesem Grund ist das Finden der Nasenspitze bei der Ultraschalluntersuchung Teil des pränatalen Screenings in vielen Ländern.
Klinik
Die Nase ist extrem anfällig für Frakturen, z.B. in Folge von Sportverletzungen, Verkehrsunfällen und Faustkämpfen. Ein typisches Beispiel ist die Le-Fort-II-Fraktur: diese hat eine pyramidenartige Form und verläuft superior vom Nasenrücken bis inferior zu den Platten des Processus pterygoidei des Os sphenoidale (Lamina medialis und lateralis). Lateral verläuft die Frakturlinie durch den hinteren Orbitaboden und die Vorderwand des Sinus maxillaris. Innerhalb der Orbita verläuft sie am Foramen infraorbitale, wo der Nervus infraorbitalis und die dazugehörigen Blutgefäße durchziehen. Da für eine Le-Fort-Fraktur eine große Krafteinwirkung notwendig ist, sollten betroffene Patienten stets auf andere Verletzungen untersucht werden. So haben z.B. bis zu 50% eine offene Fraktur mit austretendem Liquor cerebrospinalis.
