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Diaphragma (Zwerchfell)

Videoempfehlung: Kraniale Ansicht des Zwerchfells [22:31]
Ansicht auf das Zwerchfell von kranial.

Das Zwerchfell (Diaphragma) ist eine kuppelförmige, dünne Muskel-Sehnen-Platte, die die Bauchhöhle (Abdomen, Cavitas abdominalis) von der Brusthöhle (Thorax, Cavitas thoracica) trennt.

Es hat seinen Ursprung an der unteren, inneren Thoraxapertur (Apertura thoracis inferior) sowie an der Wirbelsäule, den Rippen und dem Sternum.

Das Zwerchfell ist der größte und wichtigste Atemmuskel und ändert atemabhängig seine Lage. Bei der Einatmung (Inspiration) kontrahiert es und liegt in etwa auf Höhe der 7. Rippe. Bei der Ausatmung (Exspiration) entspannt sich der Muskel und liegt auf Höhe der 4. Rippe.

In diesem Artikel werden die Anatomie und Funktion sowie klinische Beispiele zum Diaphragma erläutert.

Kurzfakten zum Zwerchfell (Diaphragma)
Ursprünge Pars sternalis: Hinterseite des Processus xiphoideus
Pars costalis:
Innenseiten der unteren sechs Rippenknorpel
Pars lumbalis:
Ligg. arcuatum mediale et laterale (lumbocostale Bögen), Wirbelkörper L1-L3 sowie deren Disci intervertebrales, Lig. longitudinale anterius
Ansatz Centrum tendineum
Gefäß-Nerven-Versorgung Arterien: A. phrenica superior und inferior, A. thoracica interna
Venen:
Vv. phrenicae superiores und inferiores
Motorische Innervation:
Nn. phrenici (C3-C5)
Sensible Innervation:
Nn. phrenici (Centrum tendineum) und Nn. intercostales 6-11 (Randbereiche)
Funktion Hauptmuskel der Atmung (Inspiration)
Erweiterung des Thorax durch Senkung der Rippenknorpel
Inhalt
  1. Aufbau und Lage
  2. Durchtrittsstellen
  3. Gefäß-Nerven-Versorgung
  4. Funktion
  5. Klinik
  6. Literaturquellen
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Aufbau und Lage

Das Diaphragma (Zwerchfell) ist eine große Muskel-Sehnen-Platte. Es besteht aus drei muskulären Anteilen, der Pars sternalis, der Pars costalis und der Pars lumbalis.

Die Pars sternalis entspringt an der Rückseite des Processus xiphoideus.

Die Pars costalis hat ihren Ursprung an den Innenseiten der unteren 6 Rippen.

Die Pars lumbalis gliedert sich in zwei Crura, dem Crus mediale und dem Crus laterale. Auf der rechten Seite entspringt das Crus mediale vom 1.-4. LWK, auf der linken Seite nicht ganz so tief vom 1.-3. LWK. Das Crus laterale entspringt an Muskelsehnenstreifen, die als sehnige Bögen den M. psoas (Psoasarkade bzw. Lig. arcuatum mediale) und den M. quadratus lumborum (Quadratusarkade bzw. Lig. arcuatum laterale) überspannen.

Die Muskelfasern aller Anteile ziehen bogenförmig zum Centrum tendineum, einer zentralen bindegewebigen Sehnenplatte, an der sie ansetzen.

Zwischen den Muskelanteilen des Zwerchfells befinden sich ventral und dorsal zwei paarige muskelfreie Dreiecke, die lediglich bindegewebig verschlossen sind und anatomische Schwachstellen bilden.

Ventral befindet sich das Trigonum sternocostale (Larrey-Spalte). Es liegt zwischen Pars sternalis und Pars costalis auf Höhe des 9. Brustwirbels. In der Literatur findet sich teilweise auch eine Differenzierung zwischen der Benennung des linken und des rechten Trigonum sternocostale. In diesen Fällen wird das linke Trigonum sternocostale als Larrey-Spalte, das rechte Trigonum sternocostale aber als Morgagni-Spalte bezeichnet.

Dorsal, zwischen der Pars costalis und Pars lumbalis, liegt das Trigonum lumbocostale (Bochdalek-Dreieck).

Das Diaphragma bildet mit seinem Skelettmuskelanteil zwei Zwerchfellkuppeln, jeweils eine zu jeder Seite. Die rechte Zwerchfellkuppel liegt ein Stück höher als die linke, weil sie der Leber im rechten Oberbauch aufliegt. Zwischen den beiden Zwerchfellkuppeln bildet das Diaphragma eine kleine Delle, die durch das Herz und den Herzbeutel, das Perikard, gebildet wird.

Das Diaphragma hat zwei Oberflächen, eine thorakale und eine abdominale. Die thorakale Fläche des Diaphragmas steht in direktem Kontakt mit den Lungen, der Pleura und dem Perikard. Auf abdomineller Seite grenzt das Diaphragma an die Leber, den Magen und die Milz.

Durchtrittsstellen

Da das Diaphragma den Thorax vom Abdomen trennt, müssen diverse Strukturen durch sie hindurchtreten, die sowohl in der Brust- als auch in der Bauchhöhle liegen. Diese Durchtrittsstellen werden Hiatus genannt und beschreiben eine Öffnung, einen Schlitz oder eine Lücke, durch welche gewisse Strukturen verlaufen.

Zu den größten und wichtigsten Durchtrittsstellen gehören das Foramen venae cavae, der Hiatus oesophageus und der Hiatus aorticus. Durch sie verlaufen unter anderem die Vena cava inferior und Aorta descendens, der Ösophagus, Nervus vagus, Teile des Nervus phrenicus sowie der Ductus thoracicus hindurch.

Durchtrittsstellen und hindurchtretende Strukturen
Foramen venae cavae V. cava inferior
Ramus phrenicoabdominalis des N. phrenicus dexter
Hiatus oesophageus Ösophagus
Truncus vagalis posterior und anterior (N. vagus)
Hiatus aorticus Aorta descendens
Ductus thoracicus
Medialer Lumbalspalt
(beidseits)
V. azygos (rechts)
V. hemiazygos (links)
N. splanchnicus major und manchmal minor
Lateraler Lumbalspalt
(beidseits)
Truncus sympathicus
Meist auch N. splanchnicus minor
Trigonum sternocostale (beidseits) Arteria und Vena thoracica interna

Gefäß-Nerven-Versorgung

Die arterielle Versorgung des Zwerchfells erfolgt über die A. phrenica superior, A. phrenica inferior und über Äste der A. thoracica interna.

Das venöse Blut fließt über die Vv. phrenicae superiores und Vv. phrenicae inferiores ab.

Die motorische Innervation des Diaphragmas wird durch den Nervus phrenicus sinister und dexter (C3-C5) gewährleistet. Der Nervus phrenicus tritt zunächst von kranial kommend durch das Diaphragma hindurch in das Abdomen und innerviert es dort von der abdominellen Seite aus.

Merkspruch zur Innervation des Zwerchfells: C3, 4, 5 keep the diaphragm alive.

Die sensible Innervation (Schmerz und Propriozeption) des Centrum tendineums wird ebenfalls durch die beiden Nervi phrenici gewährleistet. Die peripheren Randbereiche des Diaphragmas werden von den Nervi intercostales 6-11 sensibel innerviert.

Funktion

Das Diaphragma ist der größte und wichtigste Atemmuskel.

Beim Einatmen (Inspiration) flacht die kuppelförmige Struktur des Zwerchfells durch aktive Anspannung (Kontraktion) ab und verlagert sich nach kaudal. Dadurch weitet sich der Thorax und der Unterdruck im Pleuraspalt sowie die Sogwirkung am Lungenparenchym nehmen zu. So kann Luft in die Lungen einströmen.

Die Ausatmung (Exspiration) erfolgt passiv durch Entspannung (Relaxation) des Diaphragmas und das Zusammenziehen der Lungen aufgrund zahlreicher elastischer Fasern im Lungengewebe. Das Zwerchfell verlagert sich dabei nach kranial zurück in seine Ausgangsposition und die Luft strömt aus den Lungen.

Das Diaphragma übernimmt einen wichtige Aufgabe bei der Atmung. Zusätzlich sind weitere Organe bei diesem lebenswichtigen Prozess beteiligt. Ob du sie alle kennst, kannst du mit unserem Arbeitsblatt zum Beschriften der Atmungsorgane überprüfen.

Wenn sich das Diaphragma zusammen mit der anterolateralen Bauchmuskulatur anspannt, erhöht sich der intraabdominelle Druck. Diesen Vorgang nennt man “Bauchpresse”. Die Bauchpresse kommt beim Husten, Erbrechen, bei der Defäkation, der Miktion und beim Geburtsvorgang zum Einsatz.

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Kim Bengochea, Regis University, Denver
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