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Penis

Der Penis (Glied) ist gemeinsam mit dem Skrotum und der Urethra Teil des äußeren männlichen Genitals.

Er dient als männliches Kohabitationsorgan und kann seine Form, Größe und Konsistenz je nach Erregungszustand durch Füllung der Schwellkörper verändern.

Kurzfakten
EInteilung

Radix penis

Corpus penis

Glans penis

Funktionelle Hauptbestandteile

Corpora cavernosa penis, die Radix und Corpus penis bilden

Corpus spongiosum urethrae

Bandapparat Ligamentum fundiforme penis und Lig. suspensorium penis dienen der Verbindung mt Becken und Bauchwand
Blutversorgung Arteriae dorsalis penis, profunda penis, bulbis penis ud urethralis
Innervation Nervus dorsalis penis, Nervi cavernosi penis, Nervus dorsalis penis
Funktion

Primär: Sexualfunktion

Außerdem: Ausleitung des Urins über die Urethra

Aufbau

Die Größe des Penis variiert je nach Erektions- und Füllungszustand der Schwellkörper. Im schlaffen Zustand ist er durchschnittlich 10 cm, im erigierten Zustand bis 15-20 cm lang und misst etwa 4 cm im Durchmesser.

Von proximal nach distal erfolgt die Einteilung in

  • Radix penis (Peniswurzel), die auch als Pars affixa bezeichnet wird,
  • Corpus penis (Penisschaft), das auch als Pars pendulans bezeichnet wird, und
  • die Glans penis (Eichel), welche sich über eine Furche, die als Collum glandis bezeichnet wird, und eine Erhebung, die als Corona glandis bezeichnet wird, distal an das Corpus penis anschließt. Im unerigierten Zustand ist die Glans penis von dem Preputium penis (Vorhaut) bedeckt, welches durch das Frenulum preputii, einen dünnen Faserzug, an der Haut der Glans penis befestigt ist. Bei der Erektion zieht sich das Preputium penis teilweise zurück, sodass die Glans penis sichtbar wird. In die Haut der Glans penis münden Drüsen, die Glandulae preputialas.

Form, Größe und Festigkeit des Penis werden durch die Schwellkörper beeinflusst. Bei den Schwellkörpern des Penis handelt es sich um

  • zwei Corpora cavernosa penis (Crura penis), die von einer Faszie, der Tunica albuginea corporum cavernosum, umgeben werden. Sie ziehen von proximal von den unteren Schambeinästen, wo sie von den Mm. ischiocavernosi umgeben werden, und die Radix penis bilden, nach distal und enden proximal der Glans penis. In ihrem Verlauf nach distal vereinigen sich die beiden Crura penis zum Corpus penis und sind schließlich nur durch eine Faszie, die als Septum penis bezeichnet wird, getrennt. Die Corpora cavernosa penis bestehen aus Kavernen, also aus einem System von Hohlräumen, die mit Endothel ausgekleidet sind. Zwischen den Hohlräumen befinden sich Bindegewebe und glatte Muskulatur.
  • Unterhalb der Corpora cavernosa penis an der Unterseite des Penis befindet sich das Corpus spongiosum urethrae, das zwischen den Crurae penis der Corpora cavernosa penis als Bulbus penis beginnt und am Perineum (Damm) befestigt ist. Der Bulbus penis wird von den Mm. bulbospongiosi umgeben. Das Corpus spongiosum urethrae erstreckt sich nach distal bis in die Glans penis. Im Corpus spongiosum urethrae befindet sich sich die Urethra und ein venöses Gefäßsystem. Direkt auf dem Corpus spongiosum liegt eine dünne Fascia albuginea corporis spongiosi.

Die beiden Corpora cavernosa penis und das Corpus spongiosum urethrae werden gemeinsam von der Fascia penis (profunda) umschlossen, der nach außen wiederum eine dünnere Faszie, die Fascia penis superficialis, aufliegt.

Der Penis ist über einen elastischen Bandapparat mit dem Becken und der Bauchwand verbunden.

Unterschieden werden

  • das Ligamentum fundiforme penis, welches als elastisches Band im Bereich der Linea alba, oberhalb der Symphysis pubica aus der Bauchwandfaszie hervortritt. Seine beiden Schenkel ziehen je auf einer Seite des Penis auf dessen Unterseite und umschlingen so den Penisschaft. 
  • das Ligamentum suspensorium penis, welches unterhalb des Ligamentum fundiforme penis verläuft und vom unteren Abschnitt der Linea alba, dem Unterrand der Symphysis pubica, sowie den Ästen des Schambeins zum Dorsum penis (Penisrücken) zieht.

Ligamentum suspensorium penis - Darstellung von medial

Blutversorgung und Innervation

Die arterielle Blutversorgung des Penis erfolgt durch paarige Äste der A. pudenda interna, einen 
Ast der A. iliaca interna. Zu diesen Ästen zählen:

  • A. dorsalis penis entlang der Corpora cavernosa penis bis zur Glans penis zur Versorgung der Haut der Penis der Glans penis sowie des Präputiums,
  • A. profunda penis, von der wiederum die A. helicinae in die Corpora cavernosa penis ziehen,
  • A. bulbis penis zum Bulbus penis des Corpus spongiosum urethrae zur arteriellen Versorgung der Urethra sowie des Corpus spongiosum penis
  • A. urethralis zur Urethra.

Die Drainage des venösen Blutes des Penis erfolgt

  • im subfaszialen Versorgungsgebiet der A. dorsalis penis über die Vv. dorsales profundae penis in die Plexus venosus vesicalis und prostaticus und von dort aus weiter in die V. pudenda interna,
  • aus der Haut des Penis zunächst über die V. dorsalis superficialis penis in die V. pudenda externa und schließlich in die V. saphena magna,
  • aus dem Bulbus penis zunächst in die V. bulbi penis und von dort aus weiter in die V. dorsalis profunda penis.

Der Lymphabfluss erfolgt in die Lnn. inguinales superficiales und Lnn. iliaci interni.

Die Innervation des Penis erfolgt über sensible sowie durch vegetative Nervenfasern. Die sensiblen Fasern ziehen mit dem N. dorsalis penis zum N. pudendus, die vegetativen Fasern entstammen aus den Nn. splanchnici pelvici (Parasympathikus) und den Nn. splanchnici sacrales (Sympathikus) und ziehen beide zm Plexus hypogastricus inferior von wo aus sie mit den Nn. cavernosi penis und dem N. dorsalis penis zum Penis ziehen.

Die Aktivierung sympathischer Fasern führt zu einer Vasokonstriktion, die Aktivierung der parasympathischen Fasern wirkt vasodilatierend, was zu einer Füllung und Schwellung der Corpora cavernosa penis und somit zu einer Erektion führt.

Funktion

Der Penis dient als Leitstruktur der Urethra masculina, welche den Harnabfluss gewährleistet. Seine primäre Funktion ist die Sexualfunktion.

Im Rahmen der sexuellen Erregung des Mannes kommt es zu einer Aktivierung parasympathischer Nervenfasern, die über die Freisetzung der Botenstoffe Stickstoffmonooxid (NO) und cGMP zu einer Vasodilatation arterieller Gefäße im Penis und in den Schwellkörpern (Corpora cavernosa) führen. Diese Vasodilatation geht mit der Füllung der Kavernen der Schwellkörper mit Blut einher.

Dadurch kommt es zu einer Volumenzunahme der Schwellkörper, was zu einer Vergrößerung und Versteifung des Corpus penis führt. Limitiert wird die Volumenzunahme durch die die Corpora cavernosa penis umgebenden Faszien. Durch die Volumenzunahme kommt es zu einem Druckanstieg innerhalb der Corpora cavernosa penis mit konsekutiver Kompression der venösen Gefäße (V. dorsalis profunda penis). Dies wird durch Kontraktion der Mm. ischiocavernosi zusätzlich verstärkt.

Folglich kommt es für den Zeitraum der Erektion zu einem „Blutstau“ in den Schwellkörpern, der zur Volumenzunahme, Aufrichtung und Versteifung des Penis führt. Durch Aktivierung des Sympathikus und des M. bulbospongiosus kann es zur Ejakulation kommen.

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Klinik

Aufgrund verschiedener Ursachen kann es zu einer länger als 2 Stunden andauernden und oftmals schmerzhaften Erektion mit Penisschwellung und –verhärtung kommen. Dieser als Priapismus bezeichnete Zustand kann zu ischämischen Perfusionsstörungen der Schwellkörper führen. Mögliche Auslöser können Erkrankungen sein, welche die Zusammensetzung des Blutes verändern wie zum Beispiel Sichelzellanämien und Leukämien, aber auch Traumata, neurologische Erkrankungen oder der Gebrauch von Medikamenten zur Therapie einer erektilen Dysfunktion.

Sonographisch kann zwischen einem low flow-Priapismus mit Abflussstörung im venösen System und daraus resultierenden Blutstau in den Schwellkörpern, und einem high flow-Priapismus unterschieden werden, bei dem die Dauererektion durch erhöhten arteriellen Bluteinstrom induziert wird.

Therapeutisch kann bei low flow-Priapismus eine Punktion der Schwellkörper für die Drainage von Blut oder die Injektion von alpha-Sympathomimetika erfolgen, wodurch eine Vasokonstriktion in den Schwellkörpern erreicht werden soll. Alternativ kann eine Shuntlegung zwischen den Schwellkörpern und Glans penis erfolgen, um den venösen Abfluss wieder zu ermöglichen und so wieder eine physiologische Perfusion der Schwellkörper herzustellen.

Bei einem high flow-Priapismus kann eine Embolisierung des zuführenden arteriellen Gefäßes durchgeführt werden. Ziel ist dabei eine Wiederherstellung der Perfusion innerhalb von 4-6 Stunden, um eine Fibrosierung der Schwellkörper und eine daraus resultierende dauerhafte erektile Dysfunktion zu verhindern.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • Drenckhahn, D., Waschke, J. (Hrsg) (2014). Taschenbuch Anatomie (2. Auflage). München: Elsevier GmbH, S. 298 ff.
  • Aumüller, A., Aust, G., Engele, J. et al. (2014). Duale Reihe Anatomie (3. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag, S. 835 ff.
  • Schmelz, H.-U., Sparwasser, C., Weldner, W. (Hrsg.) (2014). Facharztwissen Urologie(3. Auflage). Berlin, Heidelberg: Springer Verlag, S. 546 ff.

Text, Review & Layout:

  • Katrin Repkow
  • Andreas Rheinländer
  • Claudia Bednarek
  • Nicole Gonzalez

Illustration:

  • Ligamentum suspensorium penis - Darstellung von medial - Paul Kim
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