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Musculus piriformis

Der Musculus piriformis gehört zur tiefen Schicht der hinteren Hüftmuskulatur, die insbesondere eine Außenrotation im Hüftgelenk bewirkt.

Gemeinsam mit den Mm. gemelli superior und inferior, obturatorius externus und internus sowie dem quadratus femoris wird er von einer oberen Schicht, die durch den M. gluteus maximus gebildet wird, überdeckt.

Der Name des M. piriformis lässt darauf schließen, dass er birnenförmig gebaut ist. Tatsächlich ist der Muskel jedoch eher platt und breit gefächert und erinnert damit eher an den Längsschnitt einer Birne.

Im Folgenden erfährst du mehr über die Anatomie des M. piriformis sowie seine Funktion und das Piriformis-Syndrom.

Verlauf und Versorgung

Der M. piriformis entspringt an der Facies pelvina des Kreuzbeins und beginnt somit im kleinen Becken. Von der Facies zieht er durch das Foramen ischiadicum in die Gesäßregion und weiter nach lateral zum Trochanter major des Femurs.

Der M. piriformis teilt das Foramen, durch das er zieht, in ein oberes und ein unteres Kompartiment, das Foramen suprapiriforme und das Foramen infrapiriforme.

Oberhalb des M. piriformis verlaufen der N. gluteus superior und die begleitenden Gefäße zur Gesäßregion. Durch das Foramen infrapiriforme gelangen der N. ischiadicus, gluteus inferior, cutaneus femoris posterior und pudendus sowie die begleitenden Gefäße zum Gesäß. Insbesondere beim N. ischiadicus können anatomische Variationen zu Problemen führen, wie etwa bei einem Verlauf des ganzen Nervs oder seiner Äste direkt durch den M. piriformis (15%).

Durch seinen Verlauf und den vom M. gluteus maximus verdeckten Ansatzbereich liegt der M. piriformis sehr versteckt im Becken. Zum Schutz vor Reibung an der Ansatzstelle ist die Bursa musculi piriformis zwischen dem Trochanter major und der Ansatzsehne eingelagert.

Am Kreuzbein, dem Ursprung des M. piriformis, befinden sich die Foramina sacralia anteriora, durch die Nervenfasern für den Plexus sacralis austreten. Der Plexus sacralis entsteht direkt auf dem M. piriformis, seine Äste innervieren den Muskel.

Die Blutversorgung erfolgt durch die Aa. glutea superior und inferior.

Funktion

Die Hauptfunktion des M. piriformis besteht in der Außenrotation des Hüftgelenks. Er ist aber auch an der Abduktion und Retroversion beteiligt.

Daneben unterstützt der Muskel die Stabilität des Hüftgelenks, da er durch seinen horizontalen Verlauf den Femurkopf an die Gelenkpfanne heranzieht.

Hier kannst du noch mehr über die verschiedenen Muskeln der Hüftregion erfahren:

Klinik

Piriformis-Syndrom

Durch den gemeinsamen Verlauf durch das Foramen ischiadicum können Kontraktionen oder Hypertrophien des M. piriformis zu Kompressionen des N. ischiadicus führen.

Leitsymptom des Piriformis-Syndroms sind starke, stechende Schmerzen in der Gesäßregion, die auf die Rückseite des Oberschenkels bis hin zum Knie ausstrahlen können und im Sitzen verstärkt werden. Sensibilitätsstörungen in diesen Bereichen sind ebenfalls möglich.

Lange Zeit ging man davon aus, das der Schmerz durch anatomische Variationen des N. ischiadicus hervorgerufen wird, wodurch dessen Äste zwischen dem M. piriformis und den Foramina piriforme komprimiert werden. Bei einer operativen Behandlung des Syndroms traten solche Variationen jedoch nicht gehäuft auf.

Daher geht man mittlerweile davon aus, dass Vernarbungen, Veränderungen nach Verletzungen oder Spasmen des M. piriformis selbst ursächlich sind. Auch ein funktioneller Engpass durch langes Sitzen oder eine falsche Körperhaltung ist möglich.


Die Diagnose erfolgt in erster Linie durch Palpation. Ein typisches Anzeichen ist ein Druckschmerz des Foramen ischiadicum majus und ein tastbarer, verhärteter M. piriformis.
Zusätzlich gibt es eine Reihe verschiedener Provokationstests, die durch Dehnung bzw. Kontraktion des Muskels bewusst den typischen Schmerz auslösen.

Bildgebende und elektrophysiologische Untersuchungen können ergänzend angewandt werden und dienen v.a. dem Ausschluss eines Bandscheibenvorfalls.

Konservative Therapien wie Physiotherapie, Analgetika sowie mitunter auch Injektionstherapien gelten als Therapie der Wahl.

Teilweise werden operative Eingriffe notwendig, insofern die Schmerzen tatsächlich auf Anomalien beruhen und konservative Methoden keine Besserung zeigen. Dabei kommt es zur Lösung von Verwachsungen und Durchtrennung des M. piriformis. Da jedoch das Risiko für Schäden am N. ischiadicus besteht, sind Operationen gründlich abzuwägen.

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Quellen anzeigen
  • Autor: Nicole Gonzalez
  • Review: Andreas Rheinländer

Quellen:

  • Graumann, W., Sasse, D. (2004). CompactLehrbuch Anatomie - Band 3 Bewegungsapparat. Stuttgart: Schattauer GmbH, S. 132 ff.
  • Schünke, M. (2000). Funktionelle Anatomie - Topographie und Funktion des Bewegungssystems. Stuttgart: Georg Thieme Verlag, S. 339
  • Müller-Vahl, H., Mumenthaler, M., Stöhr, M., et al.(2014). Läsionen peripherer Nerven und radikuläre Syndrome (10. Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag, S.403 ff.
  • Tillmann, B. N. (2010). Atlas der Anatomie des Menschen (2. Auflage). Heidelberg: Springer-Verlag, S. 619.
  • Benzon, H. T., Raja, S. N., Liu,S. S., et al. (2011). Essentials of Pain Medicine (3. Auflage). Philadelphia: Saunders (Elsevier), S. 337 ff.
  • Clemente, C. D. (2012). Clemente’s Anatomy Dissector (3. Auflage). USA: Lippincott Williams & Wilkins.

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