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Uterus - Histologie

Der Uterus (Gebärmutter) ist ein muskuläres Hohlorgan mit epithelialem Lumenbesatz und liegt intraperitoneal im kleinen Becken.

Basierend auf den Schwankungen des Ovarialzyklus der Frau ist er erheblichen morphologischen Veränderungen unterworfen.

Aufbau und Merkmale

Die ca. 2 cm dicke Wand des Uterus besteht aus Endometrium (Schleimhaut), Myometrium (Muskelschicht) und Perimetrium (Peritonealüberzug).

Endometrium

Das Endometrium besitzt ein einschichtiges hochprismatisches Epithel mit Lamina propria. Das Epithel ist teilweise eingesenkt und bildet somit tubuläre Buchten. Streckenweise sind die Epithelzellen mit Kinozilien oder Mikrovilli besetzt.

Endometrium

Auf die Lamina propria folgt das Stratum functionale, das während der Menstruation abgestoßen wird. Dessen Regeneration erfolgt aus dem Stratum basale, welches auf das Stratum functionale folgt.

Stratum basale

Das Stratum basale unterliegt nahezu keinen zyklischen Schwankungen. Lamina propria, Stratum functionale und -basale bilden alle zusammen das Endometrium. 

Myometrium

Auf das Endometrium folgt dann das glattmuskuläre Myometrium, das aus einem Stratum submucosum, Stratum vasculare sowie Stratum supravasculare besteht. Die Übergänge zwischen den Schichten sind unscharf.

Myometrium

Das Stratum submucosum ist schmal und bildet eine innere Längsmuskelschicht, wobei die Ausrichtung der Muskelfasern nicht einheitlich ist und sie eine Art Sphinkter bilden. Drüsenschläuche des Endometriums dringen in das Stratum submucosum ein.

Das Stratum vasculare ist breit und von bindegewebig gestützten Gefäßen durchsetzt, es bildet ebenfalls eine Längsmuskelschicht. Bei den Gefäßen handelt es sich um Arterien vom muskulären Typ sowie große Venengeflechte. Die Muskelzellen in dieser Schicht sind kurz und bilden eine Art Netzwerk aus. Die Arterien sind „korkenzieherartig“ gewunden und setzen sich bis bis in das Gefäßsystem des Endometriums fort.

Im Stratum supravasculare (oder auch Stratum supravasculosum) finden sich Muskelzellen, die annähernd zirkulär angeordnet sind. 

Auf diese Schicht folgt das Stratum subserosum, eine dünne Schicht von Muskelzellen, die longitudinal ausgerichtet sind. 

Die Muskelzellen der Schichten stehen untereinander sowie mit den umgebenden Bindegewebszellen in enger Verbindung, sodass ein „funktionelles“ Synzytium entsteht.

Perimetrium

Das Perimetrium ist ein Serosaüberzug, der den Fundus uteri, die Vorder- und Rückseite des Korpus sowie die Rückseite des Zervix (Gebärmutterhals) bedeckt.

Zervixkanal

Spezifische Merkmale

Es wird häufig in den verschiedenen Mikroanatomie-Prüfungen gefordert, drei verschiedene Arten von Uterus-Präparaten unterscheiden zu können: In der Proliferationsphase, in der Sekretionsphase sowie die Portio vaginalis (unabhängig von einer bestimmten Phase).

Der größte Unterschied der beiden verschiedenen Phasen liegt histologisch in der Breite des Stratum functionale

In der Proliferationsphase ist es mäßig breit, zellarm und zeigt lange Drüsenschläuche, die zur Oberfläche gerichtet sind. 

Mittlere Proliferationsphase

Während der Sekretionsphase hingegen ist es stark vergrößert und bildet zwei unterscheidbare Schichten. Zum einen das luminal gelegene Stratum compactum, welches arm an Drüsenschläuchen ist und das Stratum spongiosum, das reich an breit angelegten Drüsenschläuchen ist. Die Drüsenschläuche besitzen eine sägezahnartige Form.

Sekretionsphase

Zudem ist in der Lamina propria und dem Stratum basale das Bindegewebe dichter und faserreicher. Außerdem nehmen die Arterien einen spiraligen Verlauf an (Spiralarterien). Im Stroma finden sich Infiltrate von Leukozyten, zudem sind häufig in den Lumina der Drüsenschläuche Einlagerungen von Sekret zu finden.

Portio vaginalis

Portiopräparte des Uterus sind dadurch gekennzeichnet, dass sie die typische Schichtung des Uterus sowie den Übergangs zum Epithel der Vagina besitzen.

Differentialdiagnose

Verwechslungsgefahr besteht zwischen den Präparaten untereinander. 

Der Uterus in der Proliferationsphase ist vornehmlich an seinem schmalen Stratum functionale zu erkennen sowie am Fehlen von leukozytären Infiltraten. Zudem sind die Drüsenschläuche vergleichsweise zart ausgeprägt.

In der Sekretionsphase ist das Stratum functionale breit, die Drüsenschläuche besitzen die Sägezahnform und im Stroma sind Leukozyten deutlich erkennbar. Zur Erkennung eines Uterus-Portio-Präparates muss nach vaginalem Epithel gesucht werden, das mehrschichtig unverhornend ist. 
 

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