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Dünndarm

Der Dünndarm ist der längste Abschnitt des Verdauungssystems. Er erstreckt sich vom Magenpförtner (Pylorus) bis zum Dickdarm (Caecum) und besteht aus den folgenden drei Teilen: Zwölffingerdarm (Duodenum), Leerdarm (Jejunum) und Krummdarm (Ileum). Zu den Hauptfunktionen des Dünndarms gehören die vollständige Verdauung der Nahrung und die Aufnahme von Nährstoffen.

Eine Funktionsstörung des Dünndarms kann dir einige Unannehmlichkeiten wie Durchfall bereiten - z.B. auf Reisen oder, noch viel schlimmer, bei einem Date.

Dieser Artikel wird dir die Anatomie, Funktion und Gefäß-Nervenversorgung des Dünndarms näherbringen.

Wichtige Fakten über den Dünndarm
Definition

Ein Teil des Verdauungstraktes, der sich vom Magenpförtner (Pylorus) bis zum Dickdarm (Ileum) erstreckt.

Anteile

Duodenum, Jejunum, Ileum

Blutversorgung

Arterien: Truncus coeliacus, Arteria mesenterica superior
Venen: Vena portae hepatis, Vena mesenterica superior

Innervation

Parasympathisch: Nervus vagus (HN X) -> über den Plexus submucosus (Meissner) und myentericus (Auerbach)
Sympathisch: Nervi splanchnici thoracici

Funktion

- Letzte Schritte der Nahrungsverdauung
- Aufnahme von Nährstoffen und Wasser

Anatomie

Der Dünndarm wird in Duodenum, Jejunum und Ileum unterteilt. Zusammen können diese Abschnitte bis zu sechs Meter lang sein. Das Duodenum und das Jejunum befinden sich im linken oberen Quadranten, während sich das Ileum im rechten unteren Quadranten des Abdomens befindet.

Alle drei Teile werden ventral vom Omentum majus bedeckt. Das Duodenum hat sowohl intraperitoneale als auch retroperitoneale Anteile, während das Jejunum und das Ileum vollständig intraperitoneal liegen.

Da der Dünndarm der Hauptort für die letzten Schritte der Nahrungsverdauung und deren Absorption ist, sind sowohl seine makroskopischen, als auch seine mikroskopische Anatomie auf diese Funktion abgestimmt.

Duodenum

Das Duodenum (Zwölffingerdarm) ist der erste Teil des Dünndarms. Es erstreckt sich vom Pylorussphinkter des Magens, verläuft C-förmig um den Kopf der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und endet an der Flexura duodenojejunalis. Diese Flexur ist durch eine Peritonealfalte, das Ligamentum suspensorium duodeni (Treitz-Band), an der hinteren Bauchwand befestigt.

Abschnitte des Duodenums - Übersicht

Das Duodenum besteht aus vier Teilen, Pars superior (Bulbus/Ampulla duodeni), Pars descendens, Pars horizontalis und Pars ascendens. Von den vielen Merkmalen nennen wir dir hier die beiden wichtigsten:

  • Der obere Teil (Bulbus/Ampulla duodeni) ist der einzige intraperitoneale Teil, da das Ligamentum hepatoduodenale und das Omentum majus daran anhaften.
  • Der absteigende Teil (Pars descendensdes) Zwölffingerdarms hat eine Öffnung, die Papilla duodeni major (Vater’sche Papille) genannt wird. Die Papille enthält den Musculus sphincter Oddi, der die Entleerung der Gallenflüssigkeit aus Ampulla hepatopancreatica (Vateri) reguliert.

Um mehr über die Anatomie, Histologie und Funktion des Zwölffingerdarms zu erfahren, nutze unsere Lernmaterialien.

Jejunum

Das Jejunum (Leerdarm) ist der zweite Teil des Dünndarms. Es beginnt an der Flexura duodenojejunalis und befindet sich im oberen linken Quadranten des Abdomens. Das Jejunum liegt vollständig intraperitoneal, da es durch das Mesenterium an der hinteren Bauchwand befestigt ist.

Es gibt keine klare Grenze zwischen Jejunum und Ileum, beide zusammen werden oft auch Dünndarmkonvolut genannt. Es bestehen jedoch einige anatomische und histologische Unterscheidungsmerkmale:

  • Das Jejunum stellt die proximalen zwei Fünftel des Jejunum-Ileum-Konvoluts dar.
  • Die Wand des Jejunums ist dicker und sein Lumen ist breiter als das des Ileums.
  • Das Jejunum enthält markantere Kerckring-Falten.

Ileum

Das Ileum ist der letzte und längste Teil des Dünndarms. Es befindet sich im unteren rechten Quadranten des Abdomens, obwohl sich das terminale Ileum auch bis in die Beckenhöhle erstrecken kann. Das Ileum endet an der Ileozäkalklappe (Bauhin-Klappe) an der das Caecum (Blinddarm) des Dickdarms beginnt.

Am Übergang vom Ileum zum Caecum ragt die Lamina muscularis des Ileums in das Lumen des Blinddarms hinein und bildet eine Struktur, die als Ileozökalfalte bezeichnet wird. Diese Muskelfasern bilden einen Muskelring innerhalb der Falte, die so genannte Ileozökalklappe, welche die Entleerung des ilealen Inhalts in den Dickdarm steuert.

Histologie

Der mikroskopische Aufbau des Dünndarms entspricht dem typischen Aufbau des Magen-Darm-Traktes:

  • die epitheliale Schleimhaut mit einschichtigem, hochprismatischem Epithel (Tunica mucosa),
  • eine innere Ring- und eine äußere Längsmuskelschicht (Tunica muscularis),
  • die aus einschichtigem Plattenepithel bestehende Tunica serosa bei intraperitonealen Organen,
  • retroperitoneale Organe sind durch die Tunica adventitia abgegrenzt, die aus lockerem kollagenen Bindegewebe besteht.

Die Tunica mucosa enthält Zotten, fingerförmige Ausstülpungen, die im Duodenum am stärksten ausgeprägt sind und zum Ileum hin zunehmend kleiner werden. Tubulöse Einsenkungen des Epithels, die Krypten, sind im Duodenum sehr schwach ausgeprägt und nehmen bis zum Ileum an Tiefe zu. Die Resorptionsfläche der Schleimhaut wird durch die Zotten und Krypten des Epithels um ein Vielfaches vergrößert.

Zwischen Tunica musoca und innerer Muskelschicht liegt die Tela submucosa, eine schmale Schicht lockeren kollagenen Bindegewebes, welche die Ganglienzellen des Plexus submucosus (Meissner-Plexus) enthält.

Zwischen der inneren und äußeren Muskelschicht liegen die Ganglien des Plexus myentericus (Auerbach-Plexus). Die Tela subserosa befindet sich zwischen äußerer Muskelschicht und Tunica serosa und besteht aus lockerem kollagenen Bindegewebe.

Typisches Merkmal des Duodenums sind muköse, tubuloalveoläre Drüsen (Brunner-Drüsen) in der Submukosa, die v.a. Muzine und Bicarbonat produzieren. Charakteristisch für das Ileum sind Gruppen von Lymphfollikel (Peyer-Plaques) zwischen der Lamina propria des Epithels und der Submukosa. Das Jejunum kennzeichnet sich durch das Fehlen von sowohl Brünner-Drüsen als auch Peyer-Plaques.

Meistere die mikroskopische Anatomie des Dünndarms mit unserem Quizzes!

Funktion

Die Hauptfunktionen des Dünndarms bestehen aus Sekretion und Absorption. Die Epithelzellen des Dünndarms scheiden Enzyme aus, welche den Speisebrei (Chymus) in kleinste Partikel aufspalten und für die Absorption vorbereiten. Gleichzeitig mischt das Duodenum die Nahrung mit Enzymen der Galle und der Bauchspeicheldrüse, um die Verdauung von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen fortzusetzen.

Bei der Resorption werden Kohlenhydrate und Proteine ​​im Duodenum bzw. im Jejunum aufgenommen. Das Jejunum absorbiert auch die meisten Fette. Zu den Funktionen des Ileums gehört die Absorption von Vitamin B12, Gallensalzen und allen Verdauungsprodukten, die im Duodenum und Jejunum nicht resorbiert wurden. Alle drei Dünndarmsegmente nehmen Wasser und Elektrolyte auf.

Des Weiteren ist der Dünndarm Teil des GALT (gut-associated lymphatic tissue) und spielt für die Immunabwehr eine große Rolle. Das lymphatische Gewebe der Mukosa erkennt Bakterien, Viren und andere Antigene in der Nahrung und leitet sie an Lymphfollikel des Darms weiter.

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Versorgung

Arterien

Der Dünndarm wird über Äste des Truncus coeliacus und der A. mesenterica superior versorgt, zwei unpaarige Abgänge der Aorta. Das Duodenum erhält arterielles Blut aus der A. gastroduodenalis, einem Ast der A. hepatica communis aus dem Truncus coeliacus, sowie der A. pancreaticoduodenalis inferior aus der A. mesenterica superior.

Jejunum und Ileum werden von unterschiedlichen Arterien aus der A. mesenterica superior versorgt, die in der Radix mesenteri verlaufen. Im Bereich des Mesenteriums bilden sich drei Gefäßarkaden aus, die übereinander liegen.

Das erste Bündel, das nach links zieht, sind die Aa. jejunales, das zweite die Aa. ileales. Von diesen Abgängen aus können die Äste bis zum Zielorgan verfolgt werden, was indirekt eine makroskopische Unterscheidung von Jejunum und Ileum erlaubt.

Arterien des Dünndarms

Venen

Das nährstoffreiche, venöse Blut aller Dünndarmabschnitte fließt über gleichnamige Venen in die V. mesenterica superior, welches sich mit der V. splenica (auch Vena lienalis) zur Pfortader (V. portae hepatis) vereint und zur Leberpforte zieht.

Venen des Dünndarms

Meistere die Blutversorgung des Dünndarms mit den folgenden Quizzes:

Innervation

Der Dünndarm wird wie alle Organe des Magen-Darm-Traktes vegetativ autonom innerviert. Die parasympathischen Fasern stammen aus dem Nervus vagus, v.a. dem Truncus vagalis posterior, und fördern den Verdauungsvorgang. Die sympatischen Fasern kommen dagegen aus den Nn. splanchnici major und minor und hemmen die Aktivität.

 

Innervation des Dünndarms

Darüber hinaus wird die Verdauung über lokal wirksame Hormone (z.B. Serotonin und Motilin) und nervalen Reflexen (z.B. nach Dehnung) gesteuert. Eine besondere Rolle spielt das enterische Nervensystem (ENS), ein vom zentralen Nervensystem unabhängiges Netz von Neuronen im Meissner- und Auerbach-Plexus. Sie regulieren v.a. die Aktivität des Epithels, die Blutgefäße und die Motilität des Darms.

Klinik

  • Durchfall ist die häufige Passage von ungeformtem Stuhl. In den meisten Fällen wird der Durchfall durch Mikroorganismen wie Escherichia coli, Salmonellen und Shigellen verursacht.
  • Erkrankungen, welche die Darmpassage verhindern, wie beispielsweise Ileus, Hernie oder Volvulus sind häufig, können jedoch Komplikationen mit sich bringen.
  • Infektionskrankheiten wie Bandwurm, tropische Sprue oder Giardiasis sind selten, aber schwerwiegend, wenn sie nicht behandelt werden. Weitaus häufiger in der westlichen Welt sind Infektionen wie das Adenovirus oder Salmonellen.
  • Neoplastisches Wachstum kann gastrointestinale Stromatumoren (GIST), Lymphome und Sarkome umfassen.
  • Entwicklungsbedingte, angeborene oder genetische Erkrankungen umfassen die Pylorusstenose, Duodenalatresie und Gastroschisis.
  • Andere Erkrankungen die den Dünndarm betreffen können, sind Morbus Crohn, Zöliakie, das Dumping-Syndrom und Reizdarm-Syndrom, um nur einige zu nennen.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • G. Aumüller, G. Aust, A. Doll et al: Duale Reihe Anatomie, 2. Auflage, Thieme (2010), S. 626 ff.
  • S. Silbernagel: Taschenatlas Physiologie, 7. Auflage, Themie (2007), S. 265
  • G.-H. Schumacher, G. Aumüller: Topographische Anatomie des Menschen, 7. Auflage, Urban & Fischer (2004), S. 257 f.
  • R. Lüllmann-Rauch: Taschenlehrbuch Histologie, 3. Auflage, Thieme (2009), S. 368 f., S. 379 f.
  • J. Saloga, L. Klimek, R. Buhl et al.: Allerlogie-Handbuch, 2. Auflage, Schattauer Verlag (2011), S. 45-47

Autor:

  • Andreas Rheinländer

Illustratoren:

  • Nervus splanchnicus major - ventrale Ansicht - Yousun Koh
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