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Faszien der Hüfte und des Oberschenkels

Unter einer Faszie versteht man eine derbe Bindegewebsschicht, die Körperabschnitte, Muskelgruppen oder einzelne Muskeln umgibt und voneinander trennt. Man kann zwei Faszienarten voneinander unterscheiden:

Oberflächliche Faszien und tiefe Faszien.
Die oberflächlichen Faszien sind über die Subkutis mit der Haut verbunden. Sie dienen der Unterstützung der Haut bei Bewegungen.

Die tiefen Faszien sind viel dichter und faserreicher und bilden intermuskuläre Septen aus, die der Ausbildung von Muskelfächern (Muskellogen) dienen.

Inhalt
  1. Oberflächliche Faszien
  2. Tiefe Faszien
  3. Fascia lata
    1. Tractus iliotibialis
    2. Septum intermusculare femoris laterale und mediale
    3. Hiatus saphenus
  4. Fascia iliaca
  5. Klinik
    1. Tractus-iliotibialis-Syndrom (Läuferknie)
    2. Eosinophile Fasziitis
  6. Literaturquellen
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Oberflächliche Faszien

Die oberflächliche Faszie der Hüfte und des Oberschenkels geht dorsal in die Faszie des unteren Rückens und ventral in die Faszie der Bauchregion über. Die oberflächliche Faszie besteht aus lockerem Bindegewebe und Fettgewebe. In der Leistengegend teilt sie sich in zwei Schichten, um die lange Vena saphena magna und die oberflächlichen Leistenlymphknoten zu umhüllen.

Die oberflächliche Faszie wird als Fascia cribrosa bezeichnet, da sie von der Vena saphena magna, den Lymphgefäßen und den oberflächlichen Ästen der Vena femoralis durchstoßen wird. Dadurch erhält sie ein siebförmiges Aussehen, das auch zu ihrer Namensgebung geführt hat (cribrum = Sieb).

Tiefe Faszien

Die tiefe Faszie der Hüfte ist über dem Musculus gluteus maximus besonders dünn, verdickt sich allerdings über den vorderen zwei Dritteln des Musculus gluteus medius zu einer kräftigen Aponeurose.

Diese Aponeurose ist an dem lateralen Bereich der Crista iliaca befestigt und spaltet sich in zwei Anteile auf, die den Musculus tensor fasciae latae und den Musculus gluteus maximus umschließen.

Die tiefe Faszie ist ventral am Ligamentum inguinale und am Ramus ossis pubis verankert und dorsal mit dem Os sacrum und Os coccygis verbunden. Desweiteren hat sie Befestigungsstellen am Ramus inferior ossis pubis, am Ligamentum sacrotuberale, sowie am Ramus ossis ischii und am Tuber ischiiadicum.

Fascia lata

Die Fascia lata, auch tiefe Faszie des Oberschenkels genannt, ist je nach Bereich unterschiedlich dick und geht in die tiefe Faszie der Hüfte über. Im proximalen und lateralen Bereich ist sie stärker ausgebildet, da sie hier dem Musculus tensor fasciae latae und dem Musculus gluteus maximus als zusätzliche Ansatzfläche dient. Desweiteren verdickt sie sich im Bereich des Kniegelenks. Im Gegensatz dazu ist sie über den Adduktoren des Oberschenkels und der dorsalen Oberschenkelmuskulatur dünner.

Die Fascia lata teilt sich in eine oberflächliche und eine tiefliegende Schicht auf.

Sie ist proximal am Ligamentum inguinale, an der Crista iliaca, am Os sacrum und am Ramus ossis pubis befestigt und distal am Condylus lateralis femoris, an der Patella und am Caput fibulae. Nach dem Überspannen des Kniegelenks setzt sie sich in der Fascia cruris, der Unterschenkelfaszie, fort.

Im folgenden geht es über drei strukturelle Besonderheiten der Fascia lata:

  • Tractus iliotibialis
  • Septum intermusculare femoris laterale und mediale
  • Hiatus saphenus

Tractus iliotibialis

Der Tractus iliotibialis ist eine Aponeurose, die durch das Einstrahlen der Endsehen des Musculus tensor fasciae latae und des Musculus gluteus maximus entsteht und stellt eine Verdickung der Fascia lata auf der lateralen Seite des Oberschenkels dar. Er verläuft zwischen der Crista iliaca und dem lateralen Tibiakopf und hat die Funktion der sogenannten Zuggurtung. Das bedeutet, dass der Tractus iliotibialis der Biegebeanspruchung auf den Femur entgegenwirkt und diesen entlastet, indem er eine Gegenspannung aufbaut.

Septum intermusculare femoris laterale und mediale

Das Septum intermusculare femoris laterale und mediale sind Septen, die die verschiedenen Muskelgruppen des Oberschenkels in drei Muskellogen unterteilen. Beide Septen sind an der Linea aspera des Femurs befestigt.

Das Septum intermusculare femoris mediale trennt die Extensorenloge (Musculus quadriceps femoris, Musculus sartorius) von der Adduktorenloge (Musculus gracilis, Musculus adductor longus, Musculus adductor brevis, Musculus adductor magnus, Musculus pectineus) und ist etwas dünner und schwächer ausgebildet als das Septum intermusculare femoris laterale.

Das Septum intermusculare femoris laterale trennt die Extensorenloge von der Flexorenloge (Musculus biceps femoris, Musculus semitendinosus, Musculus semimembranosus) und erstreckt sich vom Musculus gluteus maximus zum Condylus lateralis des Femurs.

Hiatus saphenus

In einem Abstand von drei Zentimetern zum Tuberculum pubicum liegt eine Öffnung am medialen Rand der Fascia lata, die als Hiatus saphenus (Saphena-Öffnung) bezeichnet wird. Durch diesen Spalt zieht die Vena saphena magna, epifasziale Arterien (Arteria epigastrica superficialis, Arteria pudenda externa superficialis, Arteria circumflexa ilium superficiali), der Nervus genitofemoralis und die ableitenden Lymphgefäße der oberflächlichen Leistenlymphknoten.

Der Hiatus saphenus wird von einer oberflächlichen Faszie, der Fascia cribrosa, bedeckt und hat einen sichelförmigen Rand, der Margo falciformis genannt wird.

Fascia iliaca

Die Fascia iliaca ist die gemeinsame Faszie des Musculus psoas major und des
Musculus iliacus. Sie verdickt sich distal in Richtung des Leistenbandes. Nach proximal bildet der Teil der Faszie, der auf dem Musculus psoas major liegt, ein kräftiges Faserband, das auch Arcus lumbocostalis medialis oder Psoas-Arkade genannt wird.

Medial ist die Faszie über sehnige Faserbögen mit den unteren Bandscheiben und Wirbelkörpern der Lendenwirbelsäule und mit dem proximalen Teil des Kreuzbeins verbunden.

Die Faszie verschmilzt oberhalb der Crista iliaca mit der Faszie des Musculus quadratus lumborum und hinter der Crista iliaca mit der Faszie des Musculus iliacus.

Der Teil der Faszie, der den Musculus iliacus bedeckt, ist lateral mit der Crista iliaca und medial mit der Linea terminalis des kleinen Beckens verbunden.
Die Faszie, die sich zwischen den äußeren Leistengefäßen und den Ästen des Plexus lumbalis befindet, ist durch lockeres extraperitoneales Gewebe vom Peritoneum getrennt.

Medial verläuft die Faszie hinter den Vasa femoralia nach distal und wird dort zur Faszie des Musculus pectineus.

Zwischen dem Ligamentum inguinale und der Eminentia pubica spannt sich ein bogenförmiges Band aus: der Arcus iliopectineus. Der Arcus iliopectineus teilt den Bereich unter dem Leistenband in die Lacuna vasorum und die Lacuna musculorum. Diese beiden Pforten sind wichtige anatomische Durchtrittsstellen für Muskeln, Nerven und Gefäße.

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”Ich kann ernsthaft behaupten, dass Kenhub meine Lernzeit halbiert hat.” – Mehr lesen. Kim Bengochea Kim Bengochea, Regis University, Denver

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