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Glandula mammaria - Histologie

Die Glandula mammaria (Brust- oder Milchdrüse) ist eine parenchymatöse Drüse. Sie kommt bei beiden Geschlechtern vor, unterliegt jedoch nur bei der Frau relevanten Umbauvorgängen in Folge hormoneller Einflüsse.

Histologisch werden in der Regel nur weibliche Präparate verwendet und es wird unterschieden zwischen der nicht laktierenden und der laktierenden Brustdrüse.

Aufbau und Merkmale

Beide Präparate (laktierend und nicht laktierend) besitzen eine Einteilung in Drüsenläppchen, die durch Bindegewebe getrennt werden. Außerdem sind beide tubulo-alveoläre Drüsen mit apokriner Sekretion.

Drüsenläppchen - links lateral

In der nicht laktierenden Mamma finden sich wenige Anschnitte eines Ductus lactiferus (Milchgang, Hauptmilchgang), der ein relativ weites Lumen, ein zweischichtiges kubisches Epithel und eine umgebende Myoepithelschicht besitzt.

Zudem bilden die Milchgänge kurz vor ihrer Mündung im basalen Bereich der Brustwarze eine Erweiterung, den Sinus lactiferus. Dieser ist mit ein- bis zweischichtigem prismatischem Epithel ausgekleidet und besitzt ein sternförmiges Lumen. Er setzt sich in den Ausführungsgang (Ductus excretorius, Ductus papillaris) fort, der in der Brustwarze verläuft und an ihrer Spitze mündet.

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Vereinzelt liegen einzelne Adipozytengruppen verstreut im Parenchym. Die nicht laktierende Brustdrüse ist sehr reich an zellarmem faserreichen Bindegewebe, das in der Hämatoxylin-Eosin-Färbung nur schwach angefärbt ist.

Die Morphologie der laktierenden Mamma unterscheidet sich erheblich. Es finden sich zahlreiche alveoläre Endstücke mit relativ großem Lumen und unterschiedlich hohen Drüsenzellen eines zumeist einschichtigen Epithels, die zu großen Feldern zusammengelagert sind. Der Anteil an Bindegewebe und Fettgewebe ist sehr gering.

interlobulärer Ausführungsgang - Histologie

Entwicklung

Auch Männer besitzen in sehr geringerem Umfang Drüsengewebe der Glandula mammaria. Allerdings bildet sich unter dem Einfluss von Testosteron dieses Gewebe beim männlichen Fetus bis auf einzelne Milchgänge zurück. Männer können aber ebenfalls an einem Mammakarzinom erkranken (siehe Klinik).

Bei Frauen entwickelt sich das epitheliale Drüsengewebe aus der embryonalen Epidermis unter dem Einfluss mütterlichen Prolactins und Östrogens und plazentaren Progesterons. Nach der Pubertät erfährt die Glandula mammaria eine weitere Entwicklung.

Lobuli glandulae mammariae - links lateral

Histologische Differentialdiagnose

Die nicht laktierende Mamma hat eine nahezu einmalige Morphologie, sodass praktisch keine Verwechslungsgefahr besteht.

Jedoch hat die laktierende Mamma Ähnlichkeit mit der Glandula thyroidea (Schilddrüse) und der Prostata.

Zur Unterscheidung der Schilddrüse gelangt man, wenn man sich deren Baueinheiten ansieht, denn diese liegen als Follikel vor, während die Brustdrüse Anschnitte von Endstücken und Milchgängen enthält. Die Prostata ist dadurch zu unterscheiden, dass die Vergrößerung stark erhöht wird und nach glatter Muskulatur gesucht wird. Diese kommt in der Brustdrüse nicht vor.

Klinik

Eine der gefürchtetsten Erkrankungen der Mamma ist das Mammakarzinom. Die Entstehung folgt dabei einem zweistufigen Verlauf. Zunächst bildet sich eine Vorläuferläsion, die dann in ein invasives Karzinom übergeht.

Im Rahmen des Brustkrebs-Screenings (primäre Prävention) wird daher nach Möglichkeit versucht, bereits Vorläuferläsionen zu erkennen und nicht erst eine reine Früherkennung (sekundäre Prävention) eines bereits ausgebildeten invasiven Karzinoms zu betreiben.

Die Vorläuferläsionen, Carcinoma in situ, gehen von den Lobuli (lobuläres Carcinoma in situ, LCIS) oder aus Drüsenzellen der Drüsenläppchen (duktales Carcinoma in situ, DCIS) hervor. Beide haben gemeinsam, dass es sich um echte Neoplasien handelt, die als Vorstufen eines invasiven Karzinoms anzusehen sind. Sie haben jedoch noch nicht die Basalmembran durchbrochen.

Typischerweise finden sich nahe eines in situ-Karzinom-Herdes Mikroverkalkungen, die im Röntgen (Mammographie) erkennbar sind. Sie können aber auch fehlen. Mehr als fünf einzelne Kalkherde sind verdächtig für eine Neoplasie.

Beim entwickelten LCIS sind die Azini durch monomorphe Zellen mit leicht hyperchromatischen Kernen aufgetrieben. Einzelne Tumorzellen können in die Gänge infiltrieren, die Läppchenstruktur ist dennoch erhalten. Das LCIS entwickelt sich multifokal.

Das DCIS entwickelt sich ganz überwiegend monofokal. Zur pathohistologischen Beschreibung werden drei Grade eingesetzt, die nach der Morphologie der veränderten Zellen unterscheiden.

Das invasive lobuläre Karzinom zeigt ein disseminiertes Wachstumsmuster. Typischerweise finden sich Tumorzellen, die in einer Reihe hintereinander liegen („Gänsemarschmuster“) oder in Kreisen um die Ausführungsgänge angeordnet sind („Schießscheibenmuster“).

Beim invasiven duktalen Karzinom finden sich Adenokarzinome mit tubulären, trabekulären oder soliden Zellverbänden und unterschiedlichem Ausmaß an Kernatypien und Mitosehäufigkeiten.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • R. Lüllmann-Rauch: Taschenatlas Histologie, 3. Auflage, Thieme (2009), S. 545 ff.
  • A. Benninghoff, D. Drenkhahn: Anatomie Band 1, 16. Auflage, Urban & Fischer (2003), S. 791 ff.
  • W. Böcker, H. Denk, H. Moch et al: Pathologie, 5. Auflage, Urban & Fischer (2012), S. 818 ff.

Text, Review, Layout:

  • Andreas Rheinländer
  • Marie Hohensee

Illustration:

  • Drüsenläppchen - links lateral - Samantha Zimmerman
  • interlobulärer Ausführungsgang - Histologie
  • Lobuli glandulae mammariae - links lateral - Samantha Zimmerman
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