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Krankheiten des Magens

Inhalt

Einführung

Der Magen kann sich auf unterschiedlichste Art und Weise pathologisch verändern. Zwei typische Erkrankungen sind dabei das Sodbrennen und das Magenkarzinom.

Musculatur und Mukosa des Magens (en)
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Sodbrennen

Bei einer Insuffizienz des oberen Mageneingangs kann es vorkommen, dass bei erhöhtem intraabdominellen Druck oder Lageänderung, saurer Magensaft in den Ösophagus zurückfließt und dort die Schleimhaut reizt (Sodbrennen). Bei anhaltendem Reflux kann es zu einer chronischen Entzündung kommen (Refluxoesophagitis) und schlimmstenfalls kann durch Schleimhautdysplasien ein Karzinom entstehen.

Therapie

Um eine Refluxoesophagitis zu therapieren werden häufig Säureblocker eingesetzt, sog. Protonenpumpeninhibitoren (PPI). Diese neutralisieren den sauren Magensaft und verhindern somit eine weitere Reizung der Schleimhäute. Diese Art der Therapie birgt jedoch die Gefahr, dass sich Bakterien in der Magenschleimhaut ansiedeln können. Häufigster Vertreter dafür ist der Keim Helicobacter Pylori. Dieses Bakterium zerstört den natürlichen Säureschutzmantel des Magens und greift die Schleimhaut an. Die Besiedlung führt oft zur Entstehung eines Ulcus gastricus (Magengeschwür), das nach Abheilung und Vernarbung, z.B. im Pars pylorica zu einer Pylorusstenose führen kann und somit zum Chymusstau mit Übelkeit und Erbrechen. Rezidivierende Ulcera können auch im Magen die Ursache für die Entstehung eines Karzinoms sein.

Magenkarzinom

Das Magenkarzinom besitzt eine hohe Inzidenz in asiatischen Ländern, jedoch eine abnehmende Erkrankungshäufigkeit in Westeuropa und den USA. Tumoren des Magens können sich klinisch sehr unterschiedlich äußern. In sehr vielen Fällen haben die Patienten überhaupt keine Beschwerden, was die Erkrankung äußerst heimtückisch macht. Ein Widerwille gegen Fleisch wird von manchen Patienten berichtet. Diese Frage sollte in einer ärztlichen Anamnese unbedingt gestellt werden, weil ein "plötzlich" aufgetretener Widerwille gegen Fleisch an eine bösartige Erkrankung des Magens denken lassen sollte. Weitere unspezifische Symptome können Gewichtsabnahme und ein Druckgefühl im Oberbauch sein.

Die Diagnose eines Magenkarzinoms wird mittels Gastroskopie (Magenspiegelung) gestellt. Bei dieser Untersuchung werden Proben des Tumors entnommen und histologisch beurteilt.

Therapie

Wichtig bei der Therapie des Magenkarzinoms ist die frühe Diagnose. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser ist die Prognose für den Patienten. Die regelhaft durchgeführte Operation des Magentumors ist die sog. Gastrektomie, bei der der Magen komplett entfernt wird und eine Darmschlinge als Magenersatz an die Speiseröhre angeschlossen wird. Die Prognose früh erkannter Karzinome ist recht gut, 5-Jahresüberlebensraten von 70-100% werden beschrieben.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • A.Faller/ M.Schünke: Der Körper des Menschen, 14. Auflage, Thieme Verlag
  • Silbernagl/Despopoulos: Taschenatlas Physiologie, 6. Auflage, Thieme Verlag
  • Tittel K.: Beschreibende und funktionelle Anatomie des Menschen, Urban & Fischer Verlag
  • Benninghoff/Drenckhahn: Anatomie, Band 2, 16. Auflage (2004)
  • Herold: Innere Medizin, Auflage 2010, S. 425-436
  • Fritsch, Kühnel: Taschenatlas der Anatomie, Thieme Verlag

Autor: Christopher A. Becker

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