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”Ich kann ernsthaft behaupten, dass Kenhub meine Lernzeit halbiert hat.” – Mehr lesen. Kim Bengochea Kim Bengochea, Regis University, Denver

Pronation und Supination

Die Hand im Raum positionieren zu können ist essentiell für das Greifen, viele Handbewegungen und andere alltägliche Funktionen der oberen Extremität. Unsere obere Extremität hat sich im Laufe der Evolution immens weiterentwickelt.

Gemeinsam mit dem einmaligen Bewegungsradius unseres Daumens verleiht uns die Fähigkeit zur Pronation und Supination der gesamten Hand enorme mechanische Vorteile und eine deutlich verbesserte Funktionalität.

Zwei Beispiele für ganz alltägliche Bewegungen, die die Pronation und Supination nutzen, sind das Drehen eines Schraubenziehers oder eines Schlüssels. Bei jeder dieser Bewegungen sind eine Vielzahl an Muskeln involviert, die synergistisch arbeiten.

Kurzfakten
Pronation Handfläche zeigt nach unten
Supination Handfläche zeigt nach oben
Beteiligte Gelenke Art. radioulnaris proximalis - zwischen dem Radiusköpfchen und der Circumferentia articularis der Ulna
Art. radioulnaris distalis - zwischen dem Köpfchen der Ulna und der Circumferentia articularis des Radius
Aktive Muskeln

M. pronator teres - ermöglicht die Pronation
- Ursprung: Epicondylus medialis des Humerus (Caput humerale), Processus coronoideus der Ulna (Caput ulnare)
- Ansatz: laterale Fläche des Radius

M. pronator quadratus - ermöglicht die Pronation
- Ursprung: distale anteriore Fläche der Ulna
- Ansatz: distale anteriore Fläche des Radius

M. supinator - ermöglicht die Supination
- Ursprung: Epicondylus lateralis des Humerus, Ligamentum collaterale radiale, Ligamentum anularis, Corpus ulnae
- Ansatz: laterale, posteriore und anteriore Flächen des proximalen Drittels des Radius

M. biceps brachii - unterstützt die Supination (primäre Funktion ist Flexion des Ellenbogengelenks)
- Ursprung: Tuberculum supraglenoidale scapulae (langer Kopf), Processus coracoideus scapulae (kurzer Kopf)
- Ansatz: Tuberositas radii

M. brachioradialis - unterstützt die Pronation (primäre Funktion ist Flexion des Ellenbogengelenks) 
- Ursprung: Crista supracondylaris lateralis des Humerus,Septum intermusculare lateralis
- Ansatz: proximal des Processus styloideus radii

Klinische Zusammenhänge Interosseus anterior Syndrom, Erb-Lähmung, Musculocutaneus-Lähmung, Monteggia-Fraktur, Galeazzi-Fraktur


In diesem Artikel werden wie die Anatomie und klinische Relevanz dieser beiden Bewegungen besprechen.

Knochen und Gelenke

Pronation und Supination sind Bewegungen in der Art. radioulnaris proximalis. Der Radiuskopf ist diskusartig geformt und passt mit dem radialen Hals in das Ligamentum annulare circulare, das den proximalen Radius an der Ulna befestigt. Die Drehung des Radiuskopfes wie ein Rad ermöglicht die Supination (Handfläche zeigt nach oben) und die Pronation (Handfläche zeigt nach unten)

Hier ein Tipp, um dir die beiden Bewegungen besser zu merken:

Supination erinnert an eine Suppenkelle oder ein Gefäß, in das Suppe gefüllt wird. Pronation erinnert an die Handbewegung beim Schneiden eines Brotes

Pronation und Supination sind nur zwei der zahlreichen Körperbewegungen. Wie gut kennst du die anderen? Teste dein Wissen mit unserem Quiz zu den Arten der Körperbewegungen. Weitere Fachbegriffe kannst du in unserem Artikel zur Anatomischen Terminologie nachlesen.

Articulatio radioulnaris proximalis

Dies ist ein synoviales Gelenk zwischen dem Radiuskopf (Circumferentia articularis radii) und der Ulna (Incisura radialis ulnae). Es ist von derselben Gelenkkapsel wie das Ellenbogengelenk (Art. humeroulnaris) umgeben. Der Kopf und Hals des Radius liegen zwischen den straffen Fasern des Ligamentum annulare circulare, das beide wie ein Halsband umgibt. Das Ligament entspringt von der Circumferentia articularis und inseriert auch dort. Die oberen Fasern des Ligaments vermischen sich mit den Bändern des Ellenbogens und die unteren Fasern beteiligen sich am Ligamentum quadratum. Das innere Ligament ist mit einer Synovialmembran bedeckt, das die reibungslose Bewegung während Pronation und Supination sicherstellt.

An der Oberfläche unterstützt das Ligamentum collaterale radiale des Ellenbogens das Ligamentum annulare. Das Ligamentum quadratum befindet sich distal des Ligamentum annulare und verhindert extreme Supination und verstärkt die Verbindung zwischen dem Radiuskopf und der Ulna. Bewegungen an diesem Gelenk beschränken sich auf Supination und Pronation. Flexion und Extension des Ellenbogens finden in der Art. humeroulnaris statt.

Articulatio radioulnaris distalis

Dieses Drehgelenk liegt distal nahe des Handgelenks und wird zwischen dem Kopf der Ulna und der Incisura ulnaris des Radius gebildet. Die vorderen und hinteren radioulnaren Ligamente stützen dieses Gelenk ebenso wie eine dreieckige Knorpelplatte (Discus articularis).

Dieser Discus articularis verbindet die Knochen und stellt sicher, dass sie während der Pronation und Supination zusammen bleiben. Er ist konkav geformt und im äußeren Bereich dicker als im Zentrum. Die dicke Spitze des Dreiecks ist am Processus styloideus ulnaris befestigt und seine dünne Basis an der prominenten Ecke des Radius proximal der Art. radiocarpalis. Der Discus articularis trennt außerdem das Handgelenk (Artt. radiocarpalis und ulnocarpalis) von der Art. radioulnaris distalis. Die Incisura ulnaris des Radius gleitet während der Pronation und Supination über den Kopf der Ulna.

Membrana interossea

Diese ist eine robuste Membran aus Bindegewebe, die die knöchernen Grenzen von Ulna und Radius verbindet. Ihre Fasern verlaufen schräg und nach lateral entlang des ganzen Schaftes beider Knochen und sind distal perforiert, damit Gefäße zwischen den vorderen und hinteren Kompartimenten des Unterarms hindurchziehen können (Apertur für die A. interosseus anterior).

Durch die Membran bleiben Radius und Ulna während der Supination und Pronation verbunden. Außerdem überträgt sie Kräfte zwischen den beiden Knochen und ist Ausgangspunkt zahlreicher Muskeln wie dem M. flexor digitorum profundus.

Chorda obliqua

Dies ist eine flache, dünne Bandstruktur, die an der Tuberositas ulnae distal des Ligamentum annulare entspringt und unterhalb der Tuberositas radii am Radiusschaft inseriert. Ihre  Fasern verlaufen schräg nach distal-lateral und sind gegenläufig zu denen der Membrana interossea. Sie stabilisieren die Art. radioulnare proximale, fehlen aber in manchen Individuen.

Schau dir die folgenden Artikel, Videos und Quizzes an, um dein Wissen zur Anatomie des Unterarms zu erweitern und zu prüfen.

Muskeln

M. pronator teres

Der N. medianus innerviert diesen Muskel der oberflächlichen Flexorengruppe des Unterarms. Er hat zwei Köpfe, einen ulnaren und einen humeralen. Das größere und mehr oberflächlich gelegene Caput humerale entspringt vom Epicondylus medialis humeri. Das Caput ulnare ist dünn und entspringt an der medialen Fläche des Processus coronoideus.

Der N. medianus verläuft durch beide Köpfe bis hin zum Unterarm und wird durch den Ulnakopf von der A. ulnaris getrennt. Der Muskel setzt an der seitlichen Fläche des Radius, distal des M. supinator, an und führt daher bei Kontraktion zur Pronation.

M. pronator quadratus

Der N. interosseus anterior, ein Ast des N. medianus, innerviert diesen quadratisch geformten Muskel der ventralen Unterarmmuskulatur. Er entspringt an der distalen Facies anterior der Ulna und setzt am distalen anterioren Radiusschaft an. Damit führt er bei Kontraktion zur Pronation.

Kennst du schon alle Flexoren des Unterarms? Mit den Nachfolgenden Artikeln und Videos erhältst du einen guten Überblick. Anschließend kannst du ein Quiz zur Festigung ausprobieren.

M. supinator

Dieser Muskel der tiefen Extensorengruppe des Unterarms wird durch den tiefen Ast des N. radialis (entspringt vom hinteren Strang, Nervenfasern C5-T1) innerviert, der in seinem weiteren Verlauf N. interosseus posterior genannt wird. Er umgibt den proximalen Teil des Radius und besteht aus oberflächlichen und tiefen Faserbündeln.

Die tiefen Bündel entspringen vom Epicondylus lateralis humeri, dem Corpus ulnae und den Ligg. anulare und collaterale radiale. Er setzt an den lateralen, posterioren und vorderen Flächen des Radius direkt unter dem Ansatz des M. pronator teres an.

Der N. radialis verläuft im Sulcus nervi radialis des Humerus und tritt anterior des Epicondylus lateralis, zwischen den Mm. brachialis und brachioradialis, hervor. Dann tritt der Nerv in den M. supinator ein und zweigt sich in den N. interosseus posterior und den Ramus cutaneus superficialis auf.

Dieser Muskel supiniert den Unterarm, egal ob der Ellenbogen gebeugt oder gestreckt ist. Der M. biceps brachii dagegen ist nur in der Lage, den flexierten Ellenbogen zu supinieren.

Auch zu den Extensoren des Unterarms kannst du dich näher informieren und dein Wissen prüfen: 

M. biceps brachii

Der N. musculocutaneus innerviert diesen Muskel. Der lange Kopf entspringt vom Tuberculum supraglenoidale scapulae und der kurze Kopf vom Processus coracoideus. Die Sehne des Muskels inseriert an der Tuberositas radii. Der Muskel bildet außerdem die Aponeurosis bicipitalis, die am Ulnaschaft befestigt ist.

Der M. biceps brachii fungiert hauptsächlich als Ellenbogen-Flexor und sekundär als Supinator. Er ist zur Supination fähig, wenn der Ellenbogen flektiert ist. Wenn der Ellenbogen vollständig gestreckt ist, sorgt der M. supinator für die Bewegung. 

M. brachioradialis

Dieser Muskel wird durch den N. radialis innerviert. Er entspringt an der Crista supracondylaris lateralis und dem Septum intermusculare laterale des Arms. Der Muskel inseriert an der Tuberositas radii. Da der Muskel das Ellenbogengelenk vor der Gelenklinie kreuzt, wirkt er als Ellenbogenflexor und als Semi-Pronator des Unterarms.

Wenn der N. musculocutaneus verletzt ist, ermöglicht der M. brachioradialis immer noch die Flexion des Ellenbogens aufgrund seiner Innervation durch den N. radialis. Er flexiert am besten, wenn sich der Unterarm in einer Mittelposition zwischen Supination und Pronation befindet. Wenn der Ellenbogen flektiert ist, semi-proniert der M. brachioradialis den Unterarm.

Mit den folgenden Lernhilfen kannst du dein Wissen zum Ellenbogengelenk erweitern und testen:

Klinik

Nervus interosseus anterior-Syndrom (Kiloh-Nevin-Syndrom)

Dieses seltene Syndrom entsteht bei einer isolierten Läsion des Nervus interosseus anterior, einem motorischen Ast des N. medianus, und führt zu rein motorischen Ausfällen. Zu den Symptomen gehört die Unfähigkeit, das OK-Zeichen mit dem Daumen und Zeigefinger zu formen, ein geschwächter Pinzettengriff mit Daumen und Zeigefinger sowie herabgesetzter Kraft für die Pronation.

Erb’sche Lähmung

Hier liegt die Ursache in einer Verletzung der oberen Bahnen des Plexus brachialis, meistens nach einem Geburtstrauma. Die Nn. axillaris (C5-6) und musculocutaneus (C5-7) sind vorrangig betroffen. Daraus resultiert eine adduzierte Schulter (Verlust der Innervation des M. deltoideus durch den N. axillaris) und ein gestreckter, pronierter Unterarm (Verlust der Innervation der Mm. brachialis, biceps brachii und coracobrachialis durch den N. musculocutaneus). In diesem Zusammenhang geht auch die Sensibilität in den von den Nn. axillaris und musculocutaneus versorgten Arealen und dem lateralen Unterarm verloren. 

Musculocutaneus-Lähmung

Dieser Nerv kann z.B. durch Stichverletzungen am Arm verletzt werden. Zu den Symptomenen gehören die Unfähigkeit zur Flexion des Ellenbogens durch den M. biceps brachii und eine eingeschränkte Supination.

Monteggia-Fraktur

Dies ist eine Fraktur des proximalen Ulnaschaftes mit gleichzeitiger Luxation des Radiusköpfchens. Sie tritt häufig nach Stürzen auf die ausgestreckte Hand oder direkten Gewalteinwirkungen auf den proximalen Unterarm auf. Supination und Pronation sind nicht mehr möglich, da die Art. radioulnaris proximalis nicht mehr intakt ist.

Galeazzi-Fraktur

Diese Fraktur tritt meistens nach einem Sturz auf die ausgestreckte Hand auf. Der distale Radiusschaft ist frakturiert und die Art. radioulnaris distalis disloziert. Pronation und Supination sind aufgrund von Schmerz und Inkongruenz in der Art. radioulnaris distalis nicht möglich.

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Quellen anzeigen

Text, Übersetzung, Review & Layout:

  • Shahab Shahid
  • Nicole Gonzalez
  • Claudia Bednarek
© Sofern nicht anders angegeben, sind alle Inhalte, inklusive der Illustrationen, ausschließliches Eigentum der kenHub GmbH. Sie sind durch deutsches und internationales Urheberrecht geschützt. Alle Rechte vorbehalten.

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