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Zunge - Histologie

Die Zunge ist ein von Schleimhaut bedeckter Muskelkörper, der aus Außen- und Innenmuskulatur besteht. Der Zungenkörper besteht aus Radix linguae (Zungenwurzel), Corpus linguae (Zungenkörper) und Apex linguae (Zungenspitze).

Die Radix linguae lässt sich eigenständig histologisch abgrenzen und taucht daher normalerweise in den Präparatesammlungen auf.

Aufbau und Merkmale

Die Zunge besteht grundsätzlich aus einem mehrschichtigen unverhornenden Plattenepithel, gefolgt von einer Lamina propria.

In dieser befinden sich größere Pakete gemischter, überwiegend muköser Drüsen (Gl. linguales) und Spüldrüsen (von Ebner-Spüldrüsen). Diese besitzen seröse Azini  und sezernieren VEG-Protein, welches lipophile Geschmacksstoffe bindet.

Darauf folgt die sehr breite Schicht aus quergestreifter Muskulatur, die in Längs- und Querzügen verläuft.

Zwischen der Lamina propria und der Muskulatur findet sich eine dünne Lage aus Bindegewebe, die Aponeurosis linguae.

Zunge - Histologie

Im Bereich der Zungenwurzel zeigt die Zungenoberfläche zahlreiche Vorwölbungen, die hauptsächlich durch Ansammlungen von lymphatischem Gewebe in der Lamina propria zustande kommt. In der Gesamtheit bildet dieses lymphatische Gewebe die Zungentonsille (Tonsilla lingualis).

Zungenpapillen

Auf der Rückseite des Zungenkörpers bildet die Schleimhaut makroskopisch sichtbare Erhebungen, die Zungenpapillen. Zwei Typen der Zungenpapillen lassen sich unterscheiden: Papillae filiformes und die Papillae gustatoriae (Geschmackspapillen)

Papillae filiformes

Die Papillae filiformes sind hauptsächlich auf dem Zungenrücken zu finden. Sie bilden schlanke, spitze, schlundabwärts gerichtete Epithelzapfen, die einem differenzierten Papillengrundstock aufsitzen und verhornte Spitzen besitzen.

Papillae filiformes - superior

Im Gegensatz zu den Geschmakspapillen erfüllen die Papillae filiformes nur mechanische Aufgaben und können deshalb auch als Papillae mechanicae bezeichnet werden. Sie bilden einen bürstenartigen Widerstand, welcher die Zunge beim Nahrungstransport in der Mundhöhle unterstützt. Außerdem sind sie wichtig für die Tastempfindungen der Zunge.

Geschmackspapillen

Zu den Geschmackspapillen zählen die Papillae fungiformes (Pilzpapillen) auf dem Zungenrücken, die Papillae foliatae (Blattpapillen) an den Zungenseiten und die Papillae vallatae (Wallpapillen) am Zungengrund.

Die Papillen bestehen zwar, genau wie der Rest der Zungenoberfläche, aus einem mehrschichtigen unverhornenden Plattenepithel. Allerdings weist dieses zahlreiche Besonderheiten auf, die auch mikroskopisch sichtbar sind: Im Epithel eingebettet sind Geschmacksknospen, die in der Hämatoxylin-Eosin-Färbung als blasse runde Strukturen erscheinen. Sie erwecken den Anschein, eine Fortsetzung der Lamina propria zu sein, was jedoch nicht zutreffend ist. Es handelt sich um sensorische neuronale Strukturen, welche die Sinneszellen zur Geschmackswahrnehmung enthalten.

Der „Hals“ der Papille sowie die Lamina propria enthält Nervenfasern mit Ganglienzellen, die Remak'schen Hemiganglien. Sie sind in der Hämatoxylin-Eosin-Färbung am ehesten als kleine runde und blasse Strukturen zu erkennen.

Papillae fungiformes

Den größten Anteil der Geschmackspapillen stellen die Papillae fungiformes mit einer Anzahl von etwa 200-400 Einheiten dar. Sie kommen in den anterioren ⅔ des Zungenrückens vor und liegen zwischen den Papillae filiformes verteilt.

Papillae fungiformes - Histologie

Es handelt sich bei den Papillae fungiformes um plumpe pilzförmige Strukturen, deren Geschmacksknospen im Oberflächenepithel liegen. Jede Geschmacksknospe enthält etwa 50-100 Sinneszellen und jede Papille ungefähr 1-5 solcher Knospen.

Papillae foliatae

Vor dem Sulcus terminalis, einer V-förmige Furche im Bereich der Zungenwurzel, befinden sich die Papillae foliatae. Sie liegen vor allem am Zungenrand (Margo linguae).

Papillae foliatae - superior

Es handelt sich bei dieser Art der Geschmackspapillen um Schleimhautfalten, die oft undeutlich ausgebildet sind und deren Ausprägung individuell variiert. Die Papillae foliatae enthalten in ihren Falten ebenfalls zahlreiche Geschmacksknospen.

Papillae vallatae

Kennzeichnend für den Zungengrund  sind die Papillae vallatae, die in einer Reihe von etwa 7 bis 12 einzelnen Papillen vor dem Sulcus terminalis aufgestellt sind.

Papillae vallatae - medial

Dabei handelt es sich um Bindegewebszapfen, die von einem spezialisierten Epithel umgeben sind und sich in Druckknopf-ähnlicher Form vom Epithel der Zunge abheben. Die Vertiefungen um die Papille herum werden als Papillengraben bezeichnet, an ihrem Grund finden sich Ausführungsgänge von Spüldrüsen. Die Erhebungen des Epithels direkt um die Papille herum bilden den Papillenwall.

Papillae vallatae - superior

Histologische Differentialdiagnose

Aufgrund der Papillen, die sich als multiple kleine Erhebungen von der Schleimhaut abheben, besteht in der Regel keine Verwechslungsgefahr mit anderen Präparaten.

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Quellen anzeigen

Quellen:

  • R. Lüllmann-Rauch: Taschenatlas Histologie, 3. Auflage, Thieme (2009), S. 348 f.
  • A. Benninghoff, D. Drenckhahn: Anatomie Band 1, 16. Auflage, Urban & Fischer (2003), S. 618 ff.
  • M. Schünke, E. Schulte, U. Schumacher et al.: Kopf, Hals und Neuroanatomie – Prometheus, 2. Auflage, Thieme (2009), S. 170

Text, Review, Layout:

  • Andreas Rheinländer
  • Marie Hohensee

Illustration:

  • Zunge - Histologie
  • Papillae filiformes - superior - Begoña Rodriguez
  • Papillae fungiformes - Histologie
  • Papillae foliatae - superior - Begoña Rodriguez
  • Papillae vallatae - medial - Begoña Rodriguez
  • Papillae vallatae - superior - Begoña Rodriguez
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