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Leber

Die Leber ist ein keilförmiges, rotbraunes Organ, das sich unterhalb des Zwerchfells (Diaphragma) auf der rechten Bauchseite befindet. Die Basis des Keils weist dabei nach kranial Richtung Zwerchfell, während ihr spitzer, unterer Rand in die Bauchhöhle zeigt. Nach der Haut gilt sie als das zweitgrößte Organ des Körpers. Projiziert man ihre Lage auf den Bauch, füllt sie den rechten oberen Bauchquadranten (Regio hypochondriaca dextra) und die Magengrube (Epigastrium) vollständig aus. Häufig erstreckt sie sich sogar noch weiter nach links, bis hin zum linken oberen Bauchquadranten (Regio hypochondriaca sinistra).

Größe und Gewicht der Leber variieren abhängig von Geschlecht, Alter und Körpergröße. Bei einem Erwachsenen erreicht die Leber ein durchschnittliches Gewicht von etwa 1,5 kg, was ungefähr 2,5 % des Körpergewichtes entspricht.

Funktionell erfüllt die Leber die Aufgaben einer Drüse und ist an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt, die der Aufrechterhaltung des Körpermilieus, der Nahrungsverwertung und der Immunabwehr dienen. Sie bildet außerdem die Galle, eine gelbbraune oder dunkelgrüne Flüssigkeit, die vor allem bei der Fettverdauung im Dünndarm eine Rolle spielt.

Oberflächengliederung

Äußerlich lassen sich zwei Hauptflächen unterscheiden: die oben liegende Zwerchfellseite (Facies diaphragmatica) und die unten liegende Eingeweideseite (Facies visceralis). Die Zwerchfellseite erstreckt sich nach ventral und dorsal, ist kuppelförmig und besitzt eine glatte Oberfläche. Vorne reicht sie knapp bis zum Unterrand der Rippen. Sie passt sich der Konkavität des Zwerchfells an, das die Leber von der Thoraxhöhle und damit der Lunge und dem Herzen trennt.

Die Eingeweideseite ist im Gegensatz zur Zwerchfellseite nicht glatt, sondern weist verschiedene Einkerbungen auf. Diese unregelmäßige Oberfläche ist auf die Anpassung an die anliegenden Bauchorgane, die mit der Leber in Verbindung stehen, zurückzuführen. Konkret steht die Leber in Kontakt mit: der Speiseröhre (Ösophagus), der rechten Niere (Ren dexter), der rechten Nebenniere (Glandula suprarenalis dextra), der rechten Dickdarmbiegung (Flexura coli dextra), dem kleinen Netz (Omentum minus), dem Dünndarm (Duodenum), der Gallenblase (Vesica biliaris) und dem Magen (Gaster).

Bänder

Vom zweiblättrigen Bauchfell (Peritoneum) entspringen zahlreiche Bänder, die die Leber an der Bauchwand und an den umliegenden Strukturen der Bauchhöhle fixieren.

An der Leberkuppel bilden sich vorne und hinten Umschlagfalten des Bauchfells, aus denen das Kronenband (Ligamentum coronarium) entsteht. Rechts und links vereinigen sich vorderer und hinterer Teil des Kronenbandes und gehen in das rechte bzw. linke Dreiecksband (Lig. triangulare dextrum, sinistrum) über. Kronenband sowie Dreiecksbänder dienen der Verankerung der Leber am Zwerchfell.

Weiter kaudal liegt das Sichelband (Lig. falciforme hepatis). Es verbindet den vorderen Anteil der Leberoberseite mit der vorderen Bauchwand.

An der Leberunterseite befindet sich das kleine Netz (Omentum minus). Dieses zieht zu den Bauchorganen und besteht aus zwei Bändern, die man sich anhand ihrer Namen leicht merken kann. Das Leber-Magen-Band (Lig. hepatogastricum) verbindet die Leber mit dem Magen, das Leber-Zwölffingerdarm-Band (Lig. hepatoduodenale) die Leber mit dem Zwölffingerdarm. Darüber hinaus gibt es noch weitere bindegewebige Strukturen und die Lebervenen, die die Hinterseite der Leber an der V. cava inferior befestigen.

Die Leberlappen

Die Leber wird von einer fibrösen Bindegewebshülle, der Glisson Kapsel, umhüllt. Ihre Bänder und Einkerbungen teilen die Leber in vier Lappen. Das Sichelband (Lig. falciforme hepatis) teilt die Leber in einen rechten und linken Lappen (Lobus hepatis dexter, sinister). Der rechte Lappen ist größer als der linke, von ihm erheben sich ein quadratischer Lappen (Lobus quadratus) und ein geschwänzter Lappen (Lobus caudatus).

Die Einkerbungen auf der Hinterseite der Leber bilden gemeinsam die Form des Buchstaben “H”. Der mediale Längsbalken des “H” wird von der Spalte des runden Leberbandes (Fissura ligamenti teretis) und der Spalte des Venenbandes (Fissura ligamenti venosi) gebildet. Den Mittelstrich des “H” formt die Leberpforte (Porta hepatis), den lateralen Längsbalken die Gallenblasengrube (Fossa vesicae biliaris) und die Rinne der unteren Hohlvene (Sulcus venae cavae).

Der quadratische Lappen befindet sich an der vorderen Eingeweideseite der Leber und ist zwischen der Spalte des runden Leberbandes und der Gallenblasengrube aufgehängt. Funktionell gehört er allerdings zum linken Leberlappen. Der geschwänzte Lappen befindet sich entsprechend an der Hinterseite. Er wird links durch die Spalte des Venenbandes und rechts durch die Rinne der unteren Hohlvene begrenzt. Zwischen beiden Lappen verläuft die Leberpforte. Sie dient als Eintrittsstelle für alle Blutgefäße, Nerven und Ausführungsgänge der Leber.

Blut- und Nervenversorgung

In Sachen Blut- und Nervenversorgung ist die Leber einzigartig. Um das Blut von Schadstoffen zu reinigen, erhält die Leber nämlich weitaus mehr venöses als arterielles Blut. Die Pfortader (V. portae hepatis) transportiert sauerstoffarmes, nährstoffreiches Blut vom Magen-Darm-Trakt und Blut aus der Milz, dem Pankreas und der Gallenblase zur Leber.

Die rechte und linke Leberarterie (A. hepatica propria, Ramus dexter und sinister) entspringen dem Truncus coeliacus der Bauchaorta und führen das sauerstoffreiche, arterielle Blut.

Der venöse Abfluss der Leber wird hauptsächlich durch die drei Lebervenen (Vv. hepaticae) gewährleistet, die in die V. cava inferior münden.

Nerval wird die Leber aus unterschiedlichen Quellen versorgt: Erstens durch sympathische Fasern, die aus dem Plexus hepaticus entspringen, ihnen lagern sich die parasympathischen Fasern des N. vagus an. Zweitens durch Endäste der unteren Interkostalnerven und drittens erhält sie ihre sensible Innervation über den rechten N. phrenicus.

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