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Weibliches Becken

Als Becken wird diejenige Region bezeichnet, die sich zwischen Rumpf und unterer Extremität befindet. Bei Frauen ist das Becken breiter und tiefer als bei Männern. Dadurch bietet es dem Fötus während der Schwangerschaft und der Geburt mehr Platz. Anatomische Querschnittsbilder dieser Region erlauben uns einen einzigartigen Einblick in die Strukturen des Beckens, seine Form und Größenverhältnisse.

Anatomie des weiblichen Beckens

Im Querschnitt erkennt man sechs Knochen: die zwei Hüftbeine (Os coxae), das Kreuzbein (Os sacrum), das Steißbein (Os coccycis) und die beiden Oberschenkelknochen (Femur).

Jedes Hüftbein entsteht durch die Verschmelzung von drei Knochen: dem Darmbein (Os ilium), dem Schambein (Os pubis) und dem Sitzbein (Os ischii). Auch das Kreuzbein und das Steißbein sind zusammengesetzte Knochen. Sie bestehen aus ehemaligen Wirbelkörpern. Fünf verschmolzene Kreuzwirbel (S1-S5) bilden das Kreuzbein, vier verschmolzene Steißwirbel das Steißbein. Die Verbindung zwischen Becken und unterer Extremität wird über das Hüftgelenk hergestellt, ein Nussgelenk, bei dem Femur und Os coxae miteinander artikulieren.

Im weiblichen Becken findet sich eine Vielzahl von Muskeln. Je nach Lage des Querschnitts kann man unterschiedliche Muskelgruppen erkennen.

Beteiligt an der Bildung der Bauchwand findet man die Mm. obliquus externi und interni, transversus abdominis und pyramidalis.

Am Rücken liegen die Mm. quadratus lumborum, latissimus dorsi, serratus posterior und inferior sowie Teile der autochthonen Rückenmuskulatur (M. erector spinae).

Die Oberschenkelmuskulatur wird in drei hüftnahe Kompartimente eingeteilt: ein vorderes, ein mediales und ein hinteres. Das vordere Oberschenkelkompartiment setzt sich dabei aus dem Hüftbeuger M. iliopsoas sowie den Mm. quadratus femoris, sartorius und pectineus zusammen. Die Adduktorengruppe (Mm. adductor magnus, longus, brevis), der M. obturatorius externus und der M. gracilis bilden das mediale Kompartiment. Das hintere Oberschenkelkompartiment besteht aus der ischiokruralen Muskulatur (Mm. biceps femoris, semitendinosus und semimembranosus).

Das Gesäß wird durch eine weitere große Muskelgruppe, die Glutealmuskulatur (Mm. glutei maximus, medius, minimus) gebildet. Außerdem liegen der Faszienspanner M. tensor fasciae latae und die tiefen Hüftstabilisatoren Mm. piriformis, gemelli superior und inferior und obturatorius internus in dieser Region.

Für die Harn- und Stuhlkontinenz sowie bei der Geburt spielt der Beckenboden eine entscheidende Rolle. Zu ihm gehören unter anderem die Mm. levator ani, bulbospongiosus und weitere tiefer liegende, quer verlaufende Muskeln.

Im weiblichen Becken befinden sich Organe des Verdauungstrakts, des Harnsystems und die Fortpflanzungsorgane. Zum Verdauungstrakt gehören der aufsteigende und s-förmige Dickdarmanteil (Colon ascendens und sigmoideum), der Krummdarm (Ileum), der Mastdarm (Rectum) und der After (Canalis analis). Blase (Vesica urinaria), Harnröhre (Urethra) und die beiden Harnleiter (Ureter) sind Teil des Harnsystems.

Die Fortpflanzungsorgane im Becken haben äußere und innere Anteile. Innen befindet sich die Gebärmutter (Uterus) mit den beiden Eierstöcken und Eileitern (Ovarien, Tubae uterinae) sowie die Scheide (Vagina). Außen liegen der Schamhügel (Mons pubis), die Klitoris, die großen und kleinen Schamlippen (Labiae majores und minores) und die Bartholinischen Drüsen.

Gefäße und Nerven

Die Blutversorgung des Beckens wird durch die Aorta abdominalis, die A. illiaca communis und Äste der Aa. iliacae externus und internus gesichert. Mit Ausnahme der Vena cava inferior entsprechen die Namen der Venen der Arterien, die sie begleiten. eben. Nerval wird die Region vor allem durch Nerven aus dem Plexus sacralis und coccygeus versorgt. Außerdem noch über den N. obturatorius, der über die Beckenregion bis ins Knie verläuft. Dieser entspringt allerdings aus dem Plexus lumbalis.

Klinik

Die gebräuchlichste Methode zur Untersuchung des Beckens, ist der Ultraschall. Allerdings ist diese Untersuchungsmethode nicht immer die verlässlichste. Je nach Blickwinkel, Größe der Patientin und Erfahrung des Untersuchers variieren die Ergebnisse.

Daher sind insbesondere bei unklaren Befunden eine CT oder eine MRT zu empfehlen. Im Rahmen dieser Untersuchungen werden viele Querschnitte der komplexen anatomischen Strukturen des Beckens angefertigt, wodurch beispielsweise selbst kleine Eierstockzysten, Polypen und Fisteln sichtbar werden. Auch gynäkologische Erkrankungen wie Eileiterschwangerschaften, Endometriose oder Beckenbodendysfunktionen können so sicher diagnostiziert werden.

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