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Männliches Becken

Male pelvis 1

Als Becken bezeichnet man den Übergangsbereich zwischen Rumpf und unterer Extremität. Bei Männern hat das Becken im Gegensatz zu Frauen eine enge, hochgezogene und gestauchte Form. Die Funktion der Kraftübertragung zwischen Rumpf und Beinen dominiert, Schwangerschaft und Geburt spielen keine Rolle. Betrachtet man Querschnittsbilder dieser Region, erhält man einen guten Überblick über die strukturelle Organisation. Das erlaubt uns eine präzise Vorstellung von den Größen, Formen und Lageverhältnissen im männlichen Becken.

Anatomie des männlichen Beckens

Im Querschnitt zeigen sich im männlichen Becken sechs Knochen: zwei Hüftknochen (Ossa coxae), das Kreuzbein (Os sacrum), das Steißbein (Os coccygis) und die zwei Oberschenkelknochen (Femur).

Jeder Hüftknochen ist aus drei einzelnen Knochen zusammengesetzt: dem Darmbein (Os ilium), dem Schambein (Os pubis) und dem Sitzbein (Os ischii). Kreuzbein und Steißbein entstehen durch die Verschmelzung von fünf Kreuz- (S1-S5) bzw. vier Steißwirbeln. Der Oberschenkelknochen ist ein starker, fester Knochen. Er bildet zusammen mit dem Hüftknochen ein Nussgelenk, das Hüftgelenk (Articulatio coxae).

Je nach Höhe des Querschnitts zeigen sich unterschiedliche Muskeln. Zur Bauchregion gehören der äußere und innere schräge Bauchmuskel (M. obliquus externus und internus), der quere Bauchmuskel (M. transversus abdominis), der gerade Bauchmuskel (M. rectus abdominis) und der Pyramidenmuskel (M. pyramidalis).

Der Rücken besteht aus dem quadratischen Lendenmuskel (M. quadratus lumborum) und der tiefen autochthonen Rückenmuskulatur mit dem M. erector spinae.

Die Muskulatur der Oberschenkelregion lässt sich in ein vorderes, mittleres und hinteres Kompartiment teilen. Die vordere Gruppe besteht aus dem großen Lendenmuskel (M. psoas major), dem Darmbeinmuskel (M. iliacus), dem quadratischen Oberschenkelmuskel (M. quadratus femoris) und dem Kammmuskel (M. pectineus). Das mittlere Kompartiment hauptsächlich aus der Adduktorengruppe, also den Muskeln, die das Bein Richtung Körper heranziehen. Zu ihnen gehören die Mm. adductor magnus, minimus, longus und brevis. Außerdem werden der äußere Hüftlochmuskel (M. obturatorius externus) und der schlanke M. gracilis dazu gezählt. Im hinteren Teil des Oberschenkels liegt alleine der halbsehnige M. semitendinosus.

Die Gesäßregion wird durch die glutealen Muskeln gebildet, dazu gehören der große, mittlere und kleine Gesäßmuskel (Mm. glutei maximus, medius und minimus) und der birnenförmige M. piriformis in der Tiefe. Außerdem der obere und untere Zwillingsmuskel (Mm. gemelli superior und inferior) sowie der innere Hüftlochmuskel (M. obturatorius internus). Der Beckenboden setzt sich zusammen aus dem Afterheber (M. levator ani), dem Steißmuskel (M. coccygeus), dem Sitzbein-Schwellkörper-Muskel (M. ischiocavernosus) und dem Schwellkörpermuskel (M. bulbospongiosus).

Im männlichen Becken liegen vor allem Organe des Verdauungs-, Harn- oder Fortpflanzungssystems. Zu den Organen des Verdauungstraktes zählen das s-förmige Sigmoid (Colon sigmoideum), der Dünndarm (Intestinum tenue), der Enddarm (Rectum) und der After (Anus). Der Beckenteil (Pars pelvica) des Harnsystems beinhaltet Harnröhre (Urethra), Blase (Vesica urinaria) und die beiden Harnleiter (Ureter) sowie die wichtigsten männlichen Geschlechtsorgane: Hoden (Testes) mit Hodensack (Scrotum) und Nebenhoden (Epididymis), Samenblase (Glandula seminalis) mit Samenleiter (Ductus deferens), Penis, Vorsteherdrüse (Prostata) und Cowper-Drüsen (Glandulae bulbourethrales).

Blut- und Nervenversorgung

Die arterielle Blutversorgung der Beckenregion wird hauptsächlich von der Aorta, der A. iliaca communis und Ästen der A. iliaca externa und interna übernommen. Die Venen entsprechen im Prinzip den Arterien, mit der Ausnahme der V. cava inferior. Zu den wichtigsten Nerven der Region gehören die Äste aus dem Plexus sacralis und coccygealis sowie der N. obturatorius, der allerdings aus dem Plexus lumbalis entspringt.

Klinik

Mit Ultraschalltechnik lässt sich die männliche Beckenregion sehr gut untersuchen, auch wenn diese Untersuchungsmethode einige Nachteile aufweist. Ultraschall bietet nur eine eingeschränkte Sichtweise und hängt deshalb stark von der Erfahrung und den Fähigkeiten des Untersuchers ab. Bei Verdacht auf Erkrankungen ist daher ein MRT-Bild sehr hilfreich und wird auch in der Praxis häufig genutzt. Die Magnetresonanztomographie (MRT) basiert auf Querschnittsbildern und ist sehr gut geeignet, um die komplexen anatomischen Strukturen des männlichen Beckens darzustellen. Bei Erkrankungen der Prostata, Hodenhochstand, angeborenen Fehlentwicklungen, Krebs oder Schwellungen wird zur Diagnose hauptsächlich die MRT genutzt. Eine Computertomographie (CT) kommt aufgrund der Strahlenbelastung für die Hoden nur bei akuten Traumen in Frage.

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